Der Walsdorfer Ortsteil Hetzentännig ist bisher von dem laufenden Breitbandausbau ausgeklammert. Die Anwohner haben jedoch nunmehr, anders als in der Vergangenheit, einen Bedarf für eine schnellere Datenautobahn angemeldet. Die Versorgung der drei Haushalte würde zwischen 35 000 und 40 000 Euro kosten, wobei der Eigenanteil der Gemeinde bei rund 7000 Euro liegt. Für alle anderen Ortsteile zusammen liegen die Kosten bei 192 400 Euro, berichtete Zweiter Bürgermeister Werner Auer, der die Gemeinderatssitzung in Vertretung von Bürgermeister Heinrich Faatz (CSU) übernommen hatte.
Das Gremium war sich einig, für Hetzentännig eine kostengünstige Lösung zu suchen. Favorisiert wurde eine Versorgung mit LDE-Technik. Auer wies außerdem darauf hin, dass sich die jetzige Leistung nach Abschluss der Arbeiten in Zettelsdorf von ganz allein verdoppeln werde.
Am 30. April zieht sich Walsdorf ein bunt schillerndes Kleid an und ändert für einen Abend und eine Nacht auch seinen Namen. Aus Walsdorf wird "Walsstock". Bunt war Walsdorf schon immer, und ganz ohne Auflagen wird das Fest nicht über die drei Bühnen gehen. Die Gemeinde hat als zuständige Behörde 39 Auflagen ausgearbeitet, die der Veranstalter, auch unter der Androhung von Sanktionen, einhalten muss. Geschäftsführer Andreas Geck erläuterte die eng gefassten Vorschriften, die ohne Ausnahme die Sicherheit der Besucher und der 13 auftretenden Bands sicherstellen sollen. Da über 1000 Besucher erwartet werden, sei ein Erlaubnisbescheid zwingend notwendig, so Geck.
Rat Manfred Ratzke (SPD) gefiel das Ganze überhaupt nicht: "Das ist nichts für Walsdorf." Er kritisierte die Größenordnung der Veranstaltung, den damit verbundenen "Riesenaufwand" und die Tatsache, dass von den Erlösen keine Spende an eine Walsdorfer Einrichtung gehe. 2015 konnten immerhin über 10 000 Euro erwirtschaftet werden. Der Wunsch von der "Gewinnabschöpfung" zu partizipieren, fand durchaus Befürworter im Gremium, aber es solle nicht der Anschein entstehen, dass die Gemeinde sich querstellt, so Auer. Gefeiert werden darf bis 3 Uhr morgens.


Neue Baurechte im Gespräch

Der Gemeinderat ist sich grundsätzlich einig, neue Baurechte zu vergeben. Dies bedingt eine Änderung des aus dem Jahr 1985 stammenden Flächennutzungs- und Landschaftsplans, dies wiederum ist verbunden mit Kosten in Höhe von rund 100 000 Euro. Bei der Ausweisung von Baurechten räumt der Gesetzgeber der innerörtlichen Entwicklung eine hohe Priorität ein, wie Andreas Geck erläuterte. "Mal eben neues Bauland festzulegen, geht nicht", so der Geschäftsführer. Dafür sei eine tragfähige Begründung zwingend erforderlich, die das innerörtlich vorhandene Potenzial, wie zum Beispiel Brachflächen, Gebäudeleerstände, Baulücken und andere Nachverdichtungsmöglichkeiten berücksichtigt.
Das sei es jedoch nicht allein, so Geck weiter, und skizzierte in der Folge die Themenfelder und die Gliederung eines Flächennutzungs- und Landschaftsplans, 13 umfangreiche Schwerpunkte, die von den natürlichen Grundlagen bis hin zu einer belastbaren Prognose der Bevölkerungsentwicklung reichen.
Im gesamten Gemeindegebiet (220 292 qm) gibt es nach einer aktuellen Erhebung der Verwaltung 49 potenziell nachzuverdichtende Flächen (52 822 qm) und 30 Leerstände. Darüber hinaus wurden 80 Haushalte mit Einwohnern über 70 Jahren gezählt, also Wohnungen und Flächen, das ist unabänderlich, die in absehbarer Zeit den Status "leer" erreichen werden.
Das erklärte Ziel des Gemeinderats ist es, junge Familien nach Walsdorf zu holen, dies auch über den Weg attraktiver Wohnmodelle. Damit stehe Walsdorf nicht alleine da, andere Gemeinden praktizierten das schon lange, so Christian Eckert (FW). Über den Charakter bereits angewandter Modelle will man sich kundig machen. Die Verwaltung wurde gleichwohl beauftragt, geeignete Flächen im Außenbereich zu benennen, die in Bauland verwandelt werden können.