Braun glänzend purzeln die Kastanien im Herbst vom Baum herunter. Mit ihrer glatten Oberfläche und der praktischen Form, die nahezu wie für Kinderhände gemacht ist, üben sie eine unübertroffene Faszination auf meinen Junior aus. Jede einzelne auf dem Boden liegende Frucht scheint meinem Kind zuzuflüstern: "Nimm mich mit und bring mich in dein warmes Zuhause". Und brav wie mein Kind ist, folgt es diesem Ruf und schenkt der armen Kastanie eine warme und trockene Bleibe - wie schon all den anderen Hunderttausend Früchten vor ihr.

Dabei finden sie nach einer vom Nachwuchs verordneten mehrwöchigen Quarantäne im Schuhkarton eine vielfältige Nutzung im Hause Denk.

So freut sich zum Beispiel der Hund jedes Jahr aufs Neue über viele kleine braune Spielbälle.

Nicht ganz so erfreut war ich jedoch, als ich bemerkte , dass die Waschmaschine nicht nur unsere schmutzige Wäsche wäscht, sondern eine große Ladung Laubbaumfrüchte ihren Weg in die Trommel gefunden haben.

Doch als im Anschluss Hosen, T-Shirts und Hemden fleckenrein und strahlend weiß waren, musste ich erstaunt feststellen, dass Kastanien mehr können als vom Hund zerkaut oder von uns mit Zahnstochern zu lustigen Figuren zusammengebaut zu werden. Sozusagen ein neues Waschmittel! Ökologisch, kostenlos, regional - und für Nachschub sorgt der Junior von ganz alleine. Was will man mehr? Romy Denk