Bernhard Panzer Am Tag nach der Kerwa, die keine war, waren die Kommentare sehr entspannt. "Dafür, dass es keine Sommerkirchweih gegeben hat, war's eine gute Kerwa", lautete der Tenor, nicht nur unter den Kerwasburschen. Hannes Baier, der Wirt vom Heller-Keller, teilt diese Ansicht. An allen Tage seien die Keller gut besucht gewesen, resümierte er am Tag danach.

Gastronomie ist trotz der Corona-Beschränkungen seit längerer Zeit ja wieder erlaubt, und vor allem draußen nehmen das die Gäste gerne an. Lediglich Großveranstaltungen müssen noch warten. Also: Keine Kerwa, aber Kellerbetrieb.

Und Musik hat's auch gegeben, wenn auch nicht offiziell auf dem Podium. Baier hat am Samstag für Blasmusik mit "Frankenmix" gesorgt, zuvor war die Emmi Weiß mit dem Heimatverein dort. "Eigentlich", so stellt er fest, "war's am Samstag a richtige Kerwa."

Musik hat's aber auch schon zum Baumaufstellen gegeben. Denn die Kerwasburschen pflegten das Brauchtum ja trotzdem, wenn auch gezwungenermaßen eher als Privatvergnügen. Und so spielte ein Quintett der "Ehemaligen" zum Baumaufstellen. Freilich wurde unter den Kellergästen gesammelt und es kamen 150 Euro zusammen. Das Geld wollten die Musiker aber nicht haben, und so legten die Burschen die gleiche Summe drauf und spendeten den Betrag in Form von neuen Trikots für die Fußballschüler vom ASV Herzogenaurach.

Dort trafen sie sich am gestrigen Montag zum traditionellen Kirchweihausklang. Seit vielen Jahren schon verlängern die Kerwasburschen um einen Tag und lassen die Kirchweih am Montag nach dem offiziellen Ende ausklingen. Das war auch diesmal so, auch wenn es ja keine echte Kerwa gegeben hat. Doch: Ordnung muss sein.

Am Bauwagen

Gefeiert wurde allerdings nicht auf dem Heller-Keller, sondern am eigenen Bauwagen auf dem Gelände des ASV. Gleichsam als eine Form des Dankes gab's die Trikotspende, die Zweiter Vorsitzender Rainer Gelzleichter entgegennahm.

Und noch eine weitere Spende hat's gegeben. Jürgen Berthold, den Herzogenaurachern als Bademeister bekannt, feierte am Samstag zusammen mit den Kerwaburschen seinen 70. Geburtstag. Die Summe der Geldgeschenke stellte er zur Verfügung. Am Montag verkündete er den Betrag: 570 Euro sind somit für die Kinderkrebshilfe zusammengekommen.

Auf dem schmucken Platz war's wie sonst auch auf dem Heller-Keller, nur saßen die Teilnehmer etwas weiter verstreut, auf den gebotenen Sicherheitsabstand bedacht. Auch Peter Persin schaute vorbei - einer der Musiker vom Baumaufstellen. Auf eine Gage hatten sie gern verzichtet. "Wir hatten doch zu trinken", sagte der Tuba-Peter. "Das reicht doch."

Traditionell wurde auch der Kirchweihbaum versteigert. Mit dem Geld füllen die Kirchweihburschen ihre Kasse auf, damit man schlachten kann, um für das nächste Jahr wieder eine Brotzeit zu haben. 70 Euro hat der Baum, obwohl es diesmal ein sehr kleiner gewesen ist, gebracht. Ersteigert hat ihn Hannes Baier, der Heller-Keller-Wirt. Gut möglich, dass er ihn noch mal aufstellen lässt. Dann geht diese außergewöhnliche Nichtkerwa in ihre nächste nichtoffizielle Runde.