Ulrike Langer

Auch im Kleinen kann jeder etwas Gutes bewirken und für ein bisschen mehr Gerechtigkeit in dieser Welt sorgen. "So kann durch den Kauf einer einzigen Tüte fair-gehandelter, getrockneter Mangos ein Schultag für ein Kind auf den Philippinen bezahlt werden", erfuhr Bürgermeister Günther Werner bei seinem Besuch im Welt-Laden in Haßfurt. Das Geschäft in der Lucengasse am Marktplatz betreibt der gemeinnützige Verein "Partnerschaft Dritte Welt" mit 30 ehrenamtlichen Helfern.


Gewinn

Die drei Vorsitzenden Franz-Josef Selig, Rudi Langer und Margot Weigand freuten sich, dass sich Werner die Zeit für eine Stippvisite nahm, und berichteten, dass der Welt-Laden derzeit sogar kleine Gewinne erwirtschaftet. "Das Geld wird natürlich gleich wieder an Initiativen gespendet, die sich um eine gerechtere und bessere Welt bemühen", erklärte Franz-Josef Selig.
"So konnten wir in diesem Jahr, in dem unser Verein seinen 30. Geburtstag feiert, 3050 Euro an sechs Empfänger überreichen." Dies waren "Koordina-tion gegen Bayer-Gefahren", die sich für Menschen einsetzt, die als Arbeiter in dem Chemie-Unternehmen in Entwicklungsländern gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sind, die "Kinderhilfe Afghanistan", "Target" von Rüdiger Nehberg, "Preda" (Kinderhilfe), "Orienthelfer" (Opfer des Syrienkonflikts vor Ort) sowie der Förderverein "Funkin" (Wiederaufbau der afrikanischen Universität Kinshasa).


Einst bei den Salesianern

Selig teilte mit, dass der Welt-Laden 1984 im Diözesanbüro Haßfurt und wenig später im Salesianum angesiedelt war. Am 27. Oktober 1985, dem Weltmissionssonntag, wurde der "Dritte Welt Laden" in den von den Salesianern gemieteten Räumen in der Ringstraße offiziell eröffnet und 1996 der Unterstützungsverein "Partnerschaft Dritte Welt" gegründet. Seit 1990 wird der Welt-Laden, der damals in die Bahnhofstraße umzog, vollkommen ehrenamtlich betrieben. 2008 folgte der Umzug in die Lucengasse.
"Wir setzen uns dafür ein, dass die Erzeuger der Waren unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten können und einen gerechten Lohn für ihre Arbeit erhalten und dass die Ausbeutung von Kindern verhindert, der umweltverträgliche Anbau gefördert und soziale Projekte unterstützt werden", beschrieb es Franz-Josef Selig. Wobei rund 70 Prozent der umgesetzten Waren Lebensmittel sind. Der Rest ist Kunstgewerbe. "Denn wer kein Land besitzt, um etwas anzubauen, kann oft nur mit der Herstellung von Kunstgewerbe, beispielsweise aus Müll, überleben." Während vor 30 Jahren fair gehandelte Waren in speziellen Läden ein Nischendasein führten, könne heute kaum eine Supermarkt-Kette auf fair gehandelte Produkte verzichten. Entscheidend sei die unermüdliche und ausdauernde Arbeit der Welt-Läden gewesen.


Ein Erfolg der Idee

"Darauf sind wir auch stolz", bekannte Selig. Er unterstrich, dass der Welt-Laden auf kostengünstige Räume angewiesen sei. "Wir sind froh, dass wir in der Lucengasse und damit in der Stadtmitte präsent sein können. Denn wir wollen ja nicht für die Miete, sondern für die Menschen arbeiten!"
Bürgermeister Günther Werner schaute sich den Laden gerne an und will den Wunsch des Vereins prüfen lassen, eine fair gehandelte, handgeschöpfte Schokolade mit einer Banderole mit einem Foto von Haßfurt zu versehen und als besonderes Mitbringsel vor allem für Touristen anzubieten.
"Die Idee ist gut", sagte er und erklärte, dass diese Schokolade auch in der Tourist-Info angeboten werden könnte.