Zum sechsten Mal fand das Kronacher Onkologiegespräch statt. Die Vorsitzende des Vereins "Gemeinsam gegen Krebs", Dr. Martina Stauch (Fachärztin Innere Medizin Hämatologie/Onkologie und Gerinnung in Kronach und Sonneberg), freute sich, auch diesmal wieder namhafte niedergelassene Fachärzte und leitende Ärzte und Chefärzte aus verschiedenen Kliniken aus Oberfranken und Thüringen begrüßen zu können.

Die Veranstaltung, die in Zusammenarbeit des gemeinnützigen Vereins GgK und dem Ärztlichen Kreisverband Kronach organisiert wurde, fand diesmal unter ganz besonderen Bedingungen und in ganz anderer Art als sonst statt. Erstmals wurden zwei Referenten virtuell ins alte Rathaus zugeschaltet. Das waren Dr. Gabriel Stoinescu (Chefarzt Gynäkologie, Helios-Frankenwaldklinik Kronach) und Thomas Wendrich (Facharzt Chirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie, Helios-Frankenwalklinik Kronach), die es sich nicht nehmen ließen, trotz der strengen Pandemie-Auflagen ihr Wissen über News über Gynäkologische Tumore und Fallvorstellung Kolorektales Karzinom (Dick- und Enddarmkrebs) in die Runde einzubringen.

Die Corona-Pandemie habe nicht nur den Alltag, sondern auch die medizinische Betreuung der Patienten und auch die Möglichkeiten der ärztlichen Fortbildungen eingeschränkt. Aber gerade deshalb seien solche Gespräche, Meinungs- und Wissensaustausch über Fortschritte in Krebstherapien und Behandlungsmethoden sehr wichtig, so Martina Stauch. Die sehr interessanten Fachvorträge wurden aufgelockert durch Atemübungen, die von der Sporttrainerin Birgit Schmitt einfühlsam zur Entspannung und zum Mitmachen vorgetragen wurden und bei den Teilnehmern für Wohlfühlen sorgten. Martina Stauch dankte allen Beteiligten und Organisatoren, im Besonderen Andreas Stauch und Sebastian Stauch vom Verein "Gemeinsam gegen Krebs". Es war die erste wissenschaftliche Hybridveranstaltung der Region (Präsenz- und virtuelle Veranstaltung). Eine besondere Herausforderung war es, kurzfristig virtuelle Beiträge in die Veranstaltung zu übertragen. Dies kam bei allen Beteiligten gut an. Schließlich hatte man ein über vierstündiges Programm zu bewältigen.

Folgende weitere Referenten trugen zu jeweiligen Fachthemen ihr Wissen bei. Dr. Thomas Stauch (Chefarzt Onkologie Adelsbergklinik Bad Berka), "News und Highlights von ASCO 2020". "Urologische Tumore - ein Überblick 2020" war Thema von Dr. Karl Weingärtner (Chefarzt Urologie, Kinderurologie und roboterassistierte minimalinvasive Urologie, Klinikum Bruderwald Bamberg), Dr. Jan Wolf präsentierte in einer Fallvorstellung ein Prostatakarzinom. Eine Fallvorstellung Ovarialkarzinom war Thema von Dr. Nicole Schilling (Fachärztin Gynäkologie Kronach). Einen Überblick über "Darmkrebs 2020" gab Dr. Steffen Mühldorfer (Chefarzt, stellvertretender Leiter Darm- und Pankreaskarzinomzentrum Klinikum Bayreuth). Professor Dr. Bernd Greger (wissenschaftlicher Leiter der Regionalstelle des Krebsregisters Oberfranken) informierte über die Leistungen des Bayerischen Krebsregisters und entbot Grußworte.

Vorteile für Ärzte und Patienten

Dass die Regionalstelle und der Verein Tumorzentrum Oberfranken weiter in die Dokumentations- und Auswertungsarbeit eingebunden sind, hat Vorteile für Mediziner und Patienten. Auch in Zukunft können die Arbeitsgruppen nach neuen Erkenntnissen zum Thema Krebs suchen, können Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte stattfinden und kann so die Behandlungsqualität weiter steigen. Und auch in Zukunft können Informationsveranstaltungen für Patienten stattfinden, können sich Interessenten mit speziellen Fragen an das Krebsregister wenden und Krebspatienten sich von Medizinern eine Zweitmeinung geben lassen. eh