Eigentlich wäre es eine ganz normale Sitzung des Gemeinderats gewesen, wenn nicht am Dienstagabend am Ende der öffentlichen Sitzung erneut der Zugang zum Friedhof in Lanzendorf und damit der seit Jahrzehnten beidseitig angebrachte Handlauf wieder ein Thema gewesen wäre.

Bereits beim ersten Tagesordnungspunkt "Genehmigung der Niederschrift zur öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 26. Januar 2021" machte die Fraktion der "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" deutlich, dass sie der vorgelegten Niederschrift nicht zustimmen kann, denn sie gibt nach deren Meinung die Diskussion über die Friedhofstreppe in Lanzendorf nicht im tatsächlichen Verlauf wieder.

Wilhelmine Denk führte für die BZH-Fraktion an, dass in der Sitzung des Bauausschusses nicht erwähnt worden sei, kein zusätzliches Geländer anzubringen: "Dort heißt es dagegen, dass das Geländer ,vor Ort von der Mehrheit abgelehnt wurde‘. Ein bindender Beschluss ,vor Ort‘ ist aus kommunalpolitischer Rechtslage nicht möglich, da ein solcher festgelegten Regeln unterliegt. Dazu gehört neben einer ordnungsgemäßen Verhandlungsleitung auch eine Abstimmung, welche schriftlich festgehalten wird. Dies war nicht der Fall." Den Teil in der Niederschrift des Bau- und Umweltausschusses, der besagt, dass eindeutige Beschlüsse bezüglich der Treppe gefasst worden seien, bezog die BZH-Fraktionssprecherin nur auf die Sanierung der Treppenstufen. Gegen die Stimmen von Wilhelmine Denk, Nicole Heydemann und Frank Günther (alle BZH) genehmigten die Fraktionen von CSU, Freien Wählern und SPD die Niederschrift vom 26. Januar.

Ganz neue Ideen für den Handlauf

Damit aber nicht genug des leidigen Themas, denn am Ende der Sitzung gab Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) noch einen Antrag von Hans Spiller bekannt, der sich ebenfalls mit dem Treppenaufgang zum Friedhof in Lanzendorf beschäftigte und für die Anbringung eines Handlaufes in der Mitte der Treppen plädierte: "Mein technischer Vorschlag ist wesentlich einfacher und sicherer, als man angenommen hat." Alfons Lauterbach (FW) zeigte kein Verständnis für eine nochmalige Beratung: "Es reicht jetzt!"

Dem schloss sich der Gemeinderat an - es bleibt bei der getroffenen Entscheidung. Lediglich Wilhelmine Denk und Frank Günther (beide BZH) sprachen sich für ein zusätzliches Geländer aus. Keine Einwände gab es zum Beschluss über die planersetzende Abwägungsentscheidung nach den Grundsätzen der Bauleitplanung für die Erschließungsanlage "Bahnhofstraße". Das Gremium stellte fest, dass der Ausbau der Bahnhofstraße im Abschnitt zwischen den Einmündungsbereichen der Ortsstraßen "Am Bahnhof" und "Kulmbacher Straße" den Anforderungen des Bundesbaugesetzes entspricht. Daneben wurde eine bereits bestehende Vereinbarung zwischen der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch den Freistaat Bayern beziehungsweise das Staatliche Bauamt Bayreuth und der Gemeinde Himmelkron über den straßenbegleitenden Radweg mit Erweiterung und Neubau einer Querungshilfe an der B 303 textlich ergänzt. Der betriebliche Unterhalt einschließlich des Winterdienstes des Radweges wird durch die Gemeinde Himmelkron zwischen der Bernecker Straße und der Bayreuther Straße übernommen. Das gilt auch für die Fläche auf der Querungshilfe.

Markgrafenstraße wird gesperrt

Der Gemeinderat beschloss, den von der bayerischen Staatsregierung vorgeschlagenen Anteil von 30 Prozent an den pauschalen Ersatzbeträgen für die Monate Januar und Februar 2021 zu übernehmen. Bürgermeister Gerhard Schneider bezifferte den Netto-Aufwand für die Gemeinde Himmelkron auf rund 8000 Euro. Bürgermeister Gerhard Schneider gab bekannt, dass die Markgrafenstraße für die Zeit vom 8. März bis zum 31. Juli wegen der Teilerneuerung der Brücken über den "Streitmühlbach" komplett für den Verkehr gesperrt werden muss. Die Arbeiten führt die WTU GmbH aus Weischlitz aus. Die Vollsperrung hat auch zur Folge, dass das Straßenfest abgesagt werden muss.

Für das Gebiet um den "Baille-Maille-Weg", der von der Kläranlage bis zur Brücke über die Flurneuordnung Himmelkron II ausgebaut werden soll, ist eine Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung vorgesehen. Kostenpunkt: 4500 Euro, davon übernimmt die Gemeinde Himmelkron 20 Prozent.