Bei der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk (SSBW) hat es einen Generationswechsel mit umfangreichen Veränderungen im Vorstand und im Stiftungsrat gegeben. Es dürfte die erste Einrichtung im Bereich der deutschen Heimatvertriebenen sein, in dessen Führung ausschließlich Personen vertreten sind, die bereits in den Aufnahmegebieten zur Welt gekommen sind.

Bei der Sitzung des Stiftungsrates der Stiftung Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk, Eigentümerin und Betreiberin der Bildungs- und Begegnungsstätte "Der Heiligenhof" in Bad Kissingen, wurde mit dem Dipl.-Kfm. Hans Knapek als Vorsitzender, dem Dipl.-Ing. (FH) Christian Leber als dessen Stellvertreter und dem Bankfachwirt Robert Wild als Schatzmeister ein neuer Vorstand gewählt.

Enge Verbindung zum Heiligenhof

Alle drei Personen waren in der Sudetendeutschen Jugend engagiert und haben seit vielen Jahrzehnten eine enge Bindung an den Heiligenhof. Der neue Vorsitzende Hans Knapek würdigte in einem Empfang aus Anlass dieses Generationenwechsels die ehemaligen Vorstandsmitglieder, erinnerte an diverse Baumaßnahmen am und im Heiligenhof und kam dann auf die aktuelle Corona-Situation zu sprechen. So habe die Gästebelegung von 26 000 im Jahr 2007 kontinuierlich auf über 40 000 im Vor-Corona-Jahr 2019 gesteigert werden können.

Heute sei man an einem bedeutsamen Einschnitt in der Arbeit des SSBW angekommen, stünde doch ein Generationswechsel an. Der bisherige Vorstand, zu zwei Dritteln im Sudetenland geboren und Zeitzeugen von Flucht und Vertreibung, tritt ab und die "Bekenntnisgeneration" übernimmt. "Dies ist einerseits eine Zäsur, also ein Epochenwechsel, andererseits ein klares Zeichen, dass es weitergeht", so der neue Vorsitzende.

Da mit dem Tod von Dr. Horst Kühnel sowie der Wahl von Hans Knapek und Robert Wild in den Vorstand drei Mitglieder des neunköpfigen Stiftungsrats ausgeschieden sind, waren für dieses Aufsichts-Gremium sowohl Nachberufungen als auch die Neuwahl dessen Vorsitzes notwendig. Der SSBW-Stiftungsrat besteht jetzt aus Dr. Ortfried Kotzian als Vorsitzender, Regierungsdirektor Frank Altrichter als Stellvertretender Vorsitzender, Dr. Bernhard Goldhammer, Andreas Kukuk und Hagen Novotny, alle entsandt vom Förderverein SSBW als Gründer der Stiftung, Dr. Dirk Vogel, Oberbürgermeister der Stadt Bad Kissingen, Ministerialrat Dr. Wolfgang Freytag als Vertreter des Freistaats Bayern, Siegbert Ortmann für die Sudetendeutsche Landsmannschaft sowie Utta Ott seitens der Akademie Mitteleuropa.

Kein Seminar- und Tagungsbetrieb

Der letzte Bericht von Dr. Günter Reichert als Stiftungsvorsitzender war geprägt von der Darstellung der Auswirkungen der Corona-Krise auf die Belegung und die Bildungsarbeit des Heiligenhofs, der im vergangenen Jahr nach einem hervorragenden Auftakt im ersten Quartal seine Pforten schließen und nur kurz in der Sommerzeit Gäste empfangen konnte sowie den Seminar- und Tagungsbetrieb fast vollständig einstellen musste.

Bei einem kleinen Empfang im Anschluss an die Sitzung ließen es sich viele - dem Heiligenhof eng verbundene - Mitglieder des Fördervereins Sudetendeutsches Sozial- und Bildungswerk nicht nehmen, den scheidenden Vorstandsmitgliedern die Ehre zu erweisen und dem neuen Vorstand alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft zu wünschen. Die Gelegenheit des Zusammenkommens vieler SSBW-Mitglieder wurde genutzt, um auch noch die Jahres-Mitgliederversammlung des Fördervereins durchzuführen. Auch hier wurde ein neuer Vorstand gewählt, der weitgehend deckungsgleich mit dem Stiftungs-Vorstand ist.