Eine stramme Tagesordnung hatte der Schul-, Sozial- und Migrationsausschuss des Kreistages in seiner vierten Sitzung zu bewältigen. Im Mittelpunkt standen die Umsetzung der Digitalisierungsförderung an den Schulen im Sachaufwand des Landkreises Kulmbach und der Sachstandsbericht zu den Förderprogrammen.

Dazu stellte das beauftragte Planungsbüro ConceptK und die KData mit den Geschäftsführern Christian Auerbach und Peter Wankerl sowie der Projektleiterin für Medienpädagogik, Nina Klameth, den Entwurf des IT-Gesamtkonzeptes vor. Nicole Neuber von der Bildungsregion des Landkreises gab einen Überblick zu den Förderprogrammen für die Sonderbudgets "Leihgeräte" und "Lehrerdienstgeräte". Die Konzeption zur Digitalisierung der Schulen im Landkreis Kulmbach wurden bereits im Juni 2020 in Auftrag gegeben. Das IT-Gesamtkonzept zeigt durch die Bestandserhebung ein pädagogisch und technisches Digitalkonzept sowie Handlungsempfehlungen für den Investitionsbedarf auf, wobei auch Folgeausschreibungen berücksichtigt werden.

Christian Auerbach und Peter Wankerl machten deutlich, dass ein hoher Aufwand für den Betrieb und die Wartung nötig ist, aber auch ein großes Engagement an den Schulen, die im Sachaufwand des Landkreises stehen, vorhanden ist. Die Rede war von Mängeln in der Bestandsverkabelung, mehrheitlich kein oder nur provisorisches WLAN und damit ist in der Folge ein hoher Ersatz- und Ergänzungsbedarf erforderlich.

In die Konzeption und Elektroplanung wurde Prof. Dr.-Ing. Matthias Wuschek von der Technischen Hochschule Deggendorf vor allem im Hinblick auf eine Strahlenminimierung und die Optimierung der Aufstellorte und der Steuerung einbezogen. Eine Erstbegehung wurde für den 28. Juni vereinbart. Mit einer einheitlichen Infrastruktur und einem zentralen Management für alle Komponenten werden Vorteile im Betrieb angestrebt. Ferner soll eine zentrale Verwaltung aller Geräte auch aus der Ferne möglich sein, letztlich auch mit einer deutlichen Reduzierung des Betreuungsaufwands. Angestrebt ist auch ein einheitlicher Standard je Schule und einheitliche Softwarelösungen. Die Kosten für das IT-Gesamtkonzept wurden auf 1 670 000 Euro beziffert, aufgeteilt nach den Schulen mit MGF (410 000 Euro), Beruflichem Schulzentrum (673 000 Euro), Carl-von-Linde-Realschule (253 000 Euro) und CVG (334 000 Euro).

Die Gesamtkosten sind nach der Einschätzung von Geschäftsführer Christian Auerbach derzeit auch von einem Risiko behaftet, denn es ist inzwischen zu deutlichen Preissteigerungen insbesondere auch bei elektronischen Geräten und von Handwerkerleistungen gekommen. Hinzu kommen mitunter ein Zeitverzug und eine geringe Teilnahme an den Ausschreibungen. Die Medienkonzepte werden in den Monaten Juni und Juli mit den Schulleitungen abgestimmt. Nach mehreren Workshops soll das IT-Gesamtkonzept im Mai nächsten Jahres beendet werden. Landrat Klaus Peter Söllner (CSU): "Ich habe ein gutes Gefühl, dass unsere Lehrer mit der extrem schwierigen Situation zurechtkommen." Sachgebietsleiter Achim Geyer machte deutlich, dass die Systembetreuung nicht nur in den Schulen, sondern auch im Landratsamt künftig von einem externen Dienstleister übernommen werden müsse.

Geschäftsführerin Nicole Neuber von der Bildungsregion zeigte die einzelnen Förderprogramme und deren Fördersummen sowie den derzeitigen Status auf. Beendet ist der Ausbau der Glasfaseranschlüsse an den Schulen und die Anschaffung von insgesamt 328 Endgeräten (Laptops und Tablets) einschließlich dem Zubehör mit Kosten von 301 819 Euro. Hier wurde die Fördersumme mit 301 400 Euro nahezu voll ausgeschöpft, wie Nicole Neuber erfreut feststellen konnte. Das gilt auch für das Digitalbudget für Digitale Klassenzimmer. Hier betrug der Auftragswert 385 275 Euro. Zur Sachlage beim Sonderbudget für die Lehrerdienstgeräte berichtete Nicole Neuber, dass in der Abwicklung Verzögerungen bei der Auslieferung aufgetreten sind. Von den 223 bestellten Endgeräten wurden bisher nur 52 ausgeliefert.

Die Summe der Förderprogramme bezifferte Nicole Neuber auf knapp 3,4 Millionen Euro. Davon bilde der Digitalpakt Schule mit 1 618 448 Euro einen Schwerpunkt. Söllner würdigte die Arbeit der Bildungsregion mit Geschäftsführerin Nicole Neuber.

Das Projekt "MENTOR - die Leselernhelfer" hat sich auch in der Leseregion Kulmbach längst zu einem Erfolgsprojekt entwickelt, wie Heike Söllner vom Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement am Landratsamt aufzeigte. Es ist eine bundesweite Initiative von Freiwilligen, die sich der Aufgabe verschrieben haben, die Sprach- und Lesekompetenz von Kindern zu verbessern. Bundesweit arbeiten 12 500 aktive Lesementoren mit rund 16 500 Lesekindern an 1900 Schulen in 330 Städten und Gemeinden.

Engagement gewürdigt

Der Landrat würdigte das ehrenamtliche Engagement der Kulmbacher Mentoren. Im Rahmen der Initiative "Unser Soziales Bayern: Wir helfen zusammen!" berichtete Heike Söllner über die Maßnahmen im Landkreis Kulmbach dieser Kampagne. Die Landkreise und kreisfreien Städte erhielten im März 2020 aus dem Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales einen Pauschalbetrag von 60 000 Euro als Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements während der Corona-Krise.