Die Erschließung eines neuen Wohngebiets bringt Hürden mit sich. Eine davon ist die Prüfung der Beschwerden und Anmerkungen von Trägern öffentlicher Belange: Damit musste sich der Gemeinderat Oberreichenbach in der jüngsten Sitzung beschäftigen. Das Baugebiet, um das es dabei geht, ist das Seeland-Areal. Auf der rund 23 000- Quadratmeter-Fläche einer ehemaligen Weberei soll ein modernes Wohngebiet werden.

Die Gemeinde Aurachtal gab den Hinweis, dass die Kapazitäten zur Abwasserbeseitigung geprüft werden müssen, was der Gemeinderat einstimmig befürwortete. Vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurde die Empfehlung ausgesprochen, die geplanten Grünflächen ökologisch aufzuwerten, um sie als Ausgleichsfläche nutzen zu können.

Lieber mit Spielplatz und Park

Da diese Flächen jedoch inmitten einer Wohnanlage liegen werden, beschloss die Gemeinde, dieser Forderung nicht nachzugeben. Stattdessen wurde eine Zweckbestimmung dieser Grünflächen vorgenommen, wie es das Landratsamt ERH gefordert hatte: Ein Spielplatz und ein Park sollen entstehen.

Das Landratsamt wies ebenfalls auf eine Thematik hin, die dem Gemeinderat schon seit Längerem Bauchschmerzen bereitet: die erforderliche Abstimmung mit dem derzeitigen Eigentümer des Seeland-Areals. Der habe sich in der Vergangenheit wenig kooperativ gezeigt, nachdem er das Gelände in einer Zwangsversteigerung der Gemeinde vor der Nase weggeschnappt hatte. Gleichzeitig kamen von ihm aber auch keine negativen Signale, als die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit stattgefunden habe. Ob das Wohngebiet Seeland wirklich errichtet werden kann, steht also noch in den Sternen, doch die Gemeinde feilt fleißig weiter am Bebauungsplan.

Auf Wunsch des Umweltamts wurden in diesen Bebauungsplan eine Querungshilfe und ein Hinweis integriert, dass das Niederschlagsabwasser durch den Regenwasserkanal der Gemeinde Oberreichenbach entsorgt werde.

Lärmschutz

Noch nicht endgültig festgelegt sind die Maßnahmen gegen Lärmbelästigung, da hier aktuell noch ein Gutachten gemacht wird, doch Stadtplanerin Lena Beyrich geht stark davon aus, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen. Eine Lärmschutzwand käme hier jedoch kaum infrage, da sie aufgrund der geplanten Bebauungsweise mehrere Meter hoch sein müsste. Aus diesem Grund müsse man vermutlich auf verstärkte Fensterscheiben oder Ähnliches zurückgreifen.

Michael Schmitz (FWG) regte anschließend eine Diskussion über die Verpflichtung für erneuerbare Energien im Baugebiet an. Die Gemeinde darf grundsätzlich Bauherren zur Errichtung von Photovoltaikanlagen verpflichten.

Für den Klimaschutz

Auch falls dadurch Mehrkosten zwischen 10 000 und 20 000 Euro für Grundstückseigentümer entstehen - was Interessierte verschrecken könnte -, will der Gemeinderat diese Möglichkeit in Hinblick auf den Klimawandel in Betracht ziehen. Der Rat beauftragte Beyrich, die Rechtslage zu prüfen, da er eine Verpflichtung zur generellen Nutzung erneuerbarer Energien bevorzugen würde, statt sich auf Photovoltaik festzulegen.