Vor 45 Jahren wurde die Dorfstraße in Haard nach dem einzigen deutschen "fliegenden Pfarrer" Albrecht Merck benannt, der am 30. August 1972 mit einem Flugzeug verunglückte. Am Steuerknüppel des einmotorigen Motorseglers, vom Typ "Cesna 182" saß damals Pfarrer Merck. Der 49-jährige Oberstudienrat wurde von Fluglehrer Dr. Behr (41) aus Bad Kissingen und Paula Zimmermann (44) aus Haßfurt begleitet. Die drei waren zunächst von Haßfurt nach Augsburg geflogen. Nach einer Zwischenlandung wollten sie nach Bozen weiterfliegen, um einen Kurzurlaub bei Verwandten in Südtirol zu verbringen.
Das Flugzeugwrack mit den drei Leichen wurde nach einer tagelangen dramatischen Suchaktion von Soldaten der österreichischen Armee auf dem Gletscher des 3418 Meter hohen "Wilden Freigers" in den Stubaier Alpen gefunden.
Es wurde angenommen, dass die Maschine bei schlechtem Wetter gegen den Berg geprallt war. Pfarrer Albrecht Merck wurde 1928 in Würzburg geboren und 1950 zum Priester geweiht.
Der in Bad Kissingen und Haard beliebte Geistliche war seit 1953 Religionslehrer an der Berufsschule in Bad Kissingen und betreute seit 1964 die Nüdlinger Filialgemeinde Haard als Seelsorger.
Bei der Gebietsreform im Jahr 1972, als neue Straßennamen festgelegt wurden, setzte der Gemeinderat dem beliebten Seelsorger mit der Benennung der Dorfstraße in "Albrecht-Merck-Straße" ein Denkmal. Der Geistliche wurde am 14. September 1972, unter großer Anteilnahme der Haarder Einwohner, im Familiengrab in Bad Brückenau beigesetzt.