Bier und Wärme werden in der Gemeinde Hallerndorf regenerativ erzeugt. Diese beiden Vorzeigeprojekte besichtigten die Jungen Bürger (JB) des Landkreises vor ihrer Jahreshauptversammlung am Kreuzberg.


Innovativ und vorausschauend

Gemeinsam mit dem "Hausherrn", Bürgermeister Torsten Gunselmann, ging es zunächst in die Heizzentrale von "Naturstrom". Dort wird mit Hackschnitzeln, Pellets und der größten Solarthermie-Anlage Bayerns Warmwasser für die Nahwärmeversorgung der Ortschaft erzeugt.
Braumeister Georg Rittmayer von der Brauerei Rittmayer erläuterte der über 20-köpfigen Delegation im Anschluss den innovativen Brauprozess in seiner neuen Brauerei. Die benötigte Energie wird durch Hackschnitzel erzeugt, ein einzigartiges Wärmerückgewinnungssystem spart zudem Energieverbrauch und -kosten.
JB-Vorsitzender Jürgen Schleicher bedankte sich bei Bürgermeister Gunselmann für die kleine Führung durch die Gemeinde. "Hallerndorf kann stolz darauf sein, solche innovative und energetisch vorausschauende Unternehmer in der Gemeinde zu haben", so Schleicher.
Bei der Jahreshauptversammlung standen aktuelle politische Themen im Mittelpunkt. Die JB-Fraktion blickt auf eine erfolgreiche Halbzeitbilanz zurück. Sie haben dazu beigetragen, trotz enormer Investitionen von rund 43 Millionen in das Schulsanierungsprogramm, ein größeres Anwachsen der Schulden des Kreishaushaltes zu vermeiden. Dies sei eine generationengerechte Politik mit Verantwortungsbewusstsein. Auch die Kommunen lasse man nicht "im Regen stehen".


Kirchturmdenken überwinden

"Bei einer Kreisumlage bei 46 Punkten profitieren Kreis und Kommunen", so Schleicher. "Dies lässt beiden die Möglichkeit, in wichtige Projekte zu investieren", fügte er hinzu. Das Thema Energie zu Beginn des Treffens spiegelt sich auch im politischen Engagement der Jungen Bürger wider: Sie unterstützen die Elektromobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur im Kreis und die Heizungsumstellung des Kreisbauhofes in Neuses. Bedarf sehen sie indes bei der Anpassung der Öffnungszeiten des Entsorgungszentrums. Zudem müsse das Kirchturmdenken der Kommunen im Bereich des Tourismus überwunden werden.
Die Effeltricher Bürgermeisterin Kathrin Heimann hatte dazu konkrete Vorschläge: "Es wäre ratsam, ein bis zwei Leuchtturmprojekte zu initiieren. Wir müssen ja nichts abkupfern, aber so etwas wie ein Baumwipfelpfad und Sterne-Hotels mit Wellnessbereich könnten ein zusätzlicher Anziehungspunkt für die Fränkische Schweiz sein." Mathias Erlwein