Ein ganz spezielles "Kartoffeljahr" im Ebelsbacher Gemeindeteil Schönbrunn wurde mit dem "Luther-Kartoffelfest" abgeschlossen. Es fand mit vielen Gästen im Gemeinschaftshaus statt, und als Spezialität gab es violette Kartoffeln. Das "Luther-Kartoffelfest" war in der evangelischen Kirchengemeinde Gleisenau bereits die 32. Veranstaltung im Rahmen des Festreigens "500 Jahre Reformation". Dazu war das Gemeinschaftshaus bis auf den letzten Platz besetzt.
Was hat die Kartoffel mit Luther zu tun? Diese Frage durfte man sich anfangs stellen, denn zur Zeit Martin Luthers gab es hierzulande noch keine Kartoffel, da diese erst im Jahre 1630 nach Deutschland kam. Es ging um die spezielle Farbe der besonderen violetten Kartoffelsorte, die laut Pfarrer Volkmar Gregori die Verbindung zu Martin Luther herstellt. Violett sei die Farbe der evangelisch-lutherischen Kirche. Nicht als Pfarrer sagte er dies. Vielmehr war Gregori mit einer Kartoffelpuppe in der Hand in die Rolle einer Kartoffel geschlupft.


Hunger in der Welt

Die Kartoffel sei dazu da, dass Kinder satt würden und die großen Leute stark blieben. Dennoch komme es vor, dass man die Feldfrucht auf Abfallhalden schütte, obwohl täglich 15 000 Kinder weltweit verhungern. "Irgendetwas macht Ihr falsch, ihr klugen Menschen", meinte Gregori alias Kartoffelpuppe.
Anita Herbold dankte man dafür, dass sie im Frühjahr die "Violetten" gesteckt hatte. In fünf großen Einkochtöpfen wurden die violetten Kartoffeln auf Temperatur gebracht und somit weichgekocht. Bis es Zeit zum Anrichten war, stimmte Franz Rödelmaier auf dem Akkordeon das "Schönbrunn-Lied" an.
Dann kamen einige "Tischreden". Alfred Eisenacher zeigte auf, "wie die Kartoffel zu uns kam", und Arno Eisenacher präsentierte interessante Zahlen zur "Kartoffel in der Landwirtschaft heute und früher". Während die Kartoffel früher ein fester Bestandteil des Feldanbaues gewesen sei, spiele sie heute eine untergeordnete Rolle.
Dann wurden die heißen violetten Kartoffeln aufgetragen, die selbstverständlich selbst geschält werden mussten. Dazu gab es "Ziebeleskäs" und "marinierte Heringe". Das Wirtshaussingen und weitere Tischreden über "Kartoffelsorten" und über "Gastfreundschaft" sorgten für gute Laune. gg