Nur drei Tage nach dem Auswärtssieg bei den Telekom Baskets Bonn wartet auf den Basketball-Bundesligisten Medi Bayreuth am Freitagabend (20.30 Uhr, live bei Magentasport) bereits die nächste Herausforderung. Das Überraschungsteam der Crailsheim Merlins, das derzeit mit 16:5 Siegen den vierten Tabellenplatz einnimmt, gastiert in der Oberfrankenhalle.

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Medi Bayreuth - Crailsheim Merlins "Ich bin froh über die Leistung, frage mich aber auch, wieso uns das nicht regelmäßig oder konstanter als heute gelingt. Wir sind aus dem Gröbsten noch nicht raus, aber ich hoffe, dass nach diesem einen Schritt in die richtige Richtung weitere folgen werden", sinnierte Medi-Trainer Raoul Korner nach dem überzeugenden 91:76-Erfolg bei den Bonnern und vor dem heutigen Heimspiel gegen Crailsheim. Das Hinspiel bei den Schwaben konnten die Bayreuther im Januar bis in die Schlussminuten ausgeglichen gestalten, gaben im Endspurt dann jedoch die Siegchance leichtfertig aus den Händen und unterlagen mit 82:77.

Die Crailsheimer, die bereits im Vorjahr in der Bundesliga überraschten und beim Abbruch der Hauptrunde im März 2020 den dritten Platz einnahmen, setzen ihren Höhenflug in der ersten Halbserie dieser Saison konsequent fort. Zur Hauptrundenmitte belegten die Schützlinge des finnischen Cheftrainers Tuomas Iisalo erneut Rang 3 und feierten Siege gegen die weitaus höher eingeschätzte Konkurrenz aus München, Oldenburg, Ulm oder Bamberg. Zuletzt mussten die Zauberer allerdings zwei Niederlagen zu quittieren. Bei Meister Berlin kamen die Schwaben mit 62:100 unter die Räder, am vergangenen Mittwoch folgte dann eine nicht einkalkulierte 86:96-Heimniederlage gegen Würzburg.

Schwierige Phase für Crailsheim

"Wir sind jetzt zum ersten Mal in einer schwierigen Phase mit zwei Niederlagen in Folge. Der Weg zurück geht für uns über unsere Defensive. Wir haben heute gegen Würzburg zu viele einfache Körbe zugelassen. Man kann nicht erwarten ein BBL-Spiel zu gewinnen, wenn man keine High-Level-Verteidigung spielt. Das werden wir angehen und wollen es gegen Bayreuth besser machen", versprach Iisalo nach der fünften Saisonniederlage mit Blick auf den heutigen Auftritt in der Oberfrankenhalle. Der Finne ist bei den Merlins seit März 2016 tätig und hat im vergangenen Sommer erneut aus eher unbekannten Namen ein schlagkräftiges Team gezaubert, aus dem Trae Bell-Haynes hervorsticht. Der Kanadier, der bereits vor zwei Jahren für Frankfurt in der BBL auf Korbjagd ging, ohne dabei für große Schlagzeilen zu sorgen, spielte in der vergangenen Saison für die Helsinki Seagulls, die eine ähnlich schnelle Spielweise pflegen. Dieser Umstand sowie die Erfahrung aus seiner Frankfurter Zeit halfen Bell-Haynes im Merlins-Dress aus dem Stand als bester Passgeber und drittbester Scorer der Liga eine bislang überragende Saison hinzulegen.

Lasisi mit starker Dreierquote

Neben dem zweiten US-Spielmacher Nimrod Hilliard, der vom dänischen Klub Bakken Bears kam, bieten sich im Backcourt eine ganze Reihe gefährlicher Dreierschützen als Adressaten für die Pässe von Bell-Haynes an. Der eifrigste Distanzschütze ist dabei der im Sommer aus Göttingen geholte Elias Lasisi. Der belgische Nationalspieler, der zu Saisonbeginn für Bamberg drei Pokal- und ein BBL-Spiel bestritt, nimmt pro Spiel fünf Dreier und bringt diese mit einer starken Quote von 53 Prozent ins Ziel.

Unter dem Korb läuft es in dieser Saison für "Wandervogel" Bogdan Radosavljevic (zuletzt Hamburg Towers) besser als bei allen seinen vorangegangenen Engagements. Der 2,13 Meter große Center holt Rebounds, trifft den Dreier und stellte erst unlängst gegen Göttingen mit 28 Punkten, zehn Rebounds und vier Assists eine neue persönliche Karrierebestleistung auf.

Auch der athletische US-Center Jamuni McNeace ist mit großer Sprungkraft und langen Armen eine verlässliche Größe unter dem Korb. Schmerzlich vermisst wurde zuletzt Tim Coleman. Der vielseitige amerikanische Forward fällt nach einer Knieverletzung auf unbestimmte Zeit aus.

Die Bayreuther können sich ein Beispiel an ihren unterfränkischen Konkurrenten Würzburg nehmen. Die schafften es, den MVP-Kandidaten Bell-Haynes auf zwölf Punkte und sechs Assists bei vier Ballverlusten zu halten. Von Vorteil war sicher, dass der Kanadier nur 21 Minuten auf dem Feld stand, ehe er mit fünf Fouls ausschied.