Eine Sitzung des Gemeinderates am Kerwa-Montag hat es wohl in der bisherigen Geschichte der Gemeinde Neuenmarkt noch nicht gegeben, doch am Montagabend war es so weit, dass Bürgermeister Alexander Wunderlich (CSU) das komplette Gremium zu einer Sitzung begrüßen konnte.

Das Flurneuordnungsverfahren für die Bereiche "Neuenmarkt-Ost" und "Schlömen" ist auf einem guten Weg. Bürgermeister Wunderlich berichtete, dass mit dem Amt für Ländliche Entwicklung nochmals über den Geltungsbereich der beiden Verfahren gesprochen worden sei. So seien im Gebiet "Neuenmarkt-Ost" noch die Grundstücke entlang der Schulstraße berücksichtigt worden. Zum Verfahren "Schlömen" erklärte Wunderlich: "Hier wurde angeregt, ob eine Radwege-Anbindung von Schlömen zum Gemeindegebiet Trebgast möglich wäre. Dies wird derzeit vom Amt für Ländliche Entwicklung mit geprüft und es scheint auch möglich zu sein."

Dritter Bürgermeister Alfred Faßold (SPD) regte an, die landwirtschaftlichen Flächen in Verlängerung der Umweltschule "SchlönZ" bis zur Eichmühle noch mit aufzunehmen, während die Hangflächen, die landwirtschaftlich nicht bewirtschaftet werden, aus dem Geltungsbereich herausgenommen werden sollten. Mit Blick auf einen möglichen Radweg zwischen Schlömen und Trebgast vertrat Faßold außerdem die Meinung, dass die Kostenbeteiligung der Gemeinde Neuenmarkt bei diesem Verfahren höher als vorgesehen sein sollte.

Eigenleistungen für 106 800 Euro

Siegfried Decker (NG) war der Meinung, im Verfahren von "Schlömen" die Grundstücke bis zur Gemarkungsgrenze von Trebgast einzubeziehen.

Und Carsten Warzecha (SPD) schlug vor, eine Verbindung zweier öffentlicher Feld- und Waldwege im Bereich von "Neuenmarkt-Ost" zu schaffen, um leichter die B 303 in Richtung der "Gutsiedlung" in Wirsberg überqueren zu können und dort einen Anschluss an den Radweg nach Himmelkron zu ermöglichen.

Für das Gebiet "Neuenmarkt-Ost" sind die Kosten des Wegebaus mit einer Verfahrensfläche von rund 128 Hektar auf 295 000 Euro geschätzt. Bei einer Regelförderung von 75 Prozent zuzüglich fünf Prozent ILE-Bonus ergibt das noch eine Eigenleistung der Beteiligten in Höhe von 59 000 Euro oder rund 500 Euro pro Hektar. Im Verfahrensgebiet "Schlömen" mit einer Fläche von 65 Hektar werden die Kosten für den Wegebau auf 239 000 Euro geschätzt. Unter Berücksichtigung einer Gesamtförderung von 80 Prozent ergibt sich hier noch eine Eigenleistung der Beteiligten von 47 800 Euro oder 700 Euro pro Hektar. Grundsätzlich kam der Gemeinderat zum Ergebnis, sich an den Kosten des Flurneuordnungsverfahrens zu beteiligen.

Kindergarten- und Horterweiterung

"Mach mer's!": So lautete die kurze und klare Aufforderung des CSU-Fraktionssprechers Gernot Kintzel beim ersten Tagesordnungspunkt an seine Kollegen im Gemeinderat, als es um die Vergabe der Mietcontainer für die Kindergarten- und Horterweiterung ging. Der Beschluss, für die beabsichtigte Kindergarten- und Horterweiterung vorübergehend Container aufzustellen, wurde dann auch einstimmig getroffen. Dafür sind noch eine Baugenehmigung und ein Brandschutzkonzept notwendig. Die Architektenleistungen wurden an die Architektin Anja Müller, Heubsch/Kasendorf, mit einer Angebotssumme von 5886 Euro vergeben. Die Baubegleitung erfolgt durch den technischen Mitarbeiter Herbert Simon vom Bauamt der Gemeinde Neuenmarkt.

Containerlösungen für Notgruppen

Wie Bürgermeister Wunderlich aufzeigte, werden aufgrund der örtlichen Voraussetzungen die Containerlösungen in Absprache mit dem Landratsamt Kulmbach für die Notgruppen von zwölf Kindergartenkindern an der Kita "Abenteuerland" und für zehn Hortkinder an der Grund- und Mittelschule vorgesehen: "Mit diesem Lösungsvorschlag, den unsere Architektin Anja Müller erarbeitete, können wir uns drei bis vier Container für die Flur- und Sanitärräume ersparen."

Dennoch wird die Lösung mit den Containern zu einer teuren Angelegenheit, denn hier muss die Gemeinde Neuenmarkt für einen einjährigen Mietkauf mit Kosten von rund 97 000 Euro rechnen. Der Auftrag ging an die Firma Kleusberg GmbH & Co KG in München. Für die Platzierung der Container hat der gemeindliche Bauhof noch Fundamente herzustellen und es müssen auch die Anschlüsse für die Wasserver- und die Abwasserentsorgung sowie die Stromanschlüsse hergestellt werden.

Zweiter Bürgermeister Stefan Grieshammer (FW) stellte fest, dass der jetzige Platzbedarf in Ergänzung mit den Containern für eine Dauer von drei Jahren vom Landratsamt genehmigt worden sei. Erst danach werde erneut eine aktuelle Bedarfsermittlung notwendig.