Der Solartechnikhersteller Belectric GmbH mit Sitz in Kolitzheim im Landkreis Schweinfurt möchte auf einigen Flurstücken in der Gemarkung Poxdorf entlang der Bahnlinie eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten. Christian Hahn von der Firma Belectric stellte den Räten das Projekt vor.
Es soll eine Zehn-Megawatt-Anlage errichtet werden, die rund 3000 Haushalte versorgen kann. Die Anlage ist umweltfreundlich: Sie wird verhindern, dass 6000 Tonnen CO2 in die Atmosphäre entlassen werden, so die Rechnung. Ihre Leistung werde der von vier Windrädern entsprechen. Die Firma will die Flurstücke für 20 Jahre pachten und hat bereits mit allen Eigentümern Kontakt aufgenommen.
Die Gefahr der Überflutung der Grundstücke bei einer Sturzflut stellt laut Christian Hahn kein Problem dar: Man werde Module auf Stelzen in einer Höhe von 1,10 bis 1,20 Meter aufstellen. Außerdem sei die Firma bereit, einen zusätzlichen Hochwassergraben für die Ableitung des überschüssigen Wassers aus der Fläche zu bauen. Die gesamte Anlage werde eingezäunt und mit einer Hecke umgeben.
Nachdem in der Diskussion Fragen der Räte wie etwa nach einem Rückbau, nach dem Stromvertreiber, nach dem Gewerbesteuerzuwachs für die Gemeinde (70 Prozent des erwirtschafteten Gewinns) beantwortet wurden, einigte man sich darauf, zeitnah eine von der Firma Belectric vorzulegende Kostenübernahmeerklärung für sämtliche Planungskosten erarbeiten zu lassen und Verhandlungen mit den noch unschlüssigen Eigentümern und Pächtern zu führen, damit in der nächsten Gemeinderatssitzung der Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst werden kann. Alle Räte stimmten für die Errichtung der Anlage, die in insgesamt 18 Monaten Bauzeit bis ungefähr Ende 2017, Anfang 2018 errichtet werden soll.


Sanierung wird nicht gefördert

In der Sitzung des Gemeinderates im Mai hatte Architekt Norbert Siewertsen (Baiersdorf) den Räten dargelegt, dass die Generalsanierung des 36 Jahre alten Kindergartens 1,9 Millionen Euro kosten würde. Um die Frage zu klären, ob es für ein so kostenintensives Projekt eventuell Fördermöglichkeiten gäbe, führte Bürgermeister Paul Steins (CSU) kürzlich ein Gespräch mit Fachleuten der Regierung von Oberfranken. Das Ergebnis: Die Generalsanierung würde wohl als unwirtschaftlich eingestuft werden, weshalb eine Förderung unwahrscheinlich ist.
Falls der Kindergarten neu gebaut würde, könnte damit gerechnet werden, dass 40 bis 50 Prozent der förderfähigen Kosten von 1,4 Millionen erstattet würden.
Bürgermeister Steins erläuterte, dass er bei dem Gespräch in Bayreuth den Eindruck gewonnen habe, dass für den Poxdorfer Kindergarten ein neues, der Zeit angepasstes pädagogisches Konzept erarbeitet werden müsse. Erst wenn das geschehen sei, könne man eine Bedarfsermittlung durchführen und entsprechend die Kosten für einen Neubau kalkulieren. Deshalb schlug er vor, einen Arbeitskreis zu bilden, der sich mit dieser Aufgabe befasst. Diesem Arbeitskreis sollen die Kindergartenleiterin sowie ihre Stellvertreterin, der Vorsitzende und der stellvertretende Vorsitzende des Elternbeirates, vier Gemeinderäte und der Bürgermeister angehören. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
Der Haushaltsplan 2016 hat ein Gesamtvolumen von 3 461 300 Euro. Davon entfallen 2 536 600 Euro auf den Verwaltungshaushalt und 924 700 Euro auf den Vermögenshaushalt. Die Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in den Vermögenshaushalt beträgt 162 500 Euro, womit die vorgeschriebene Mindestzuführung zur Finanzierung von Tilgungsbeträgen für Darlehen nachgewiesen und noch ein Überschuss zu verbuchen ist, der dem Vermögenshaushalt zufließt.
Die Rücklagenentnahme liegt bei 537 820 Euro. Kreditaufnahmen sind im Jahr 2016 nicht vorgesehen. Bei einem voraussichtlichen Schuldenstand zum Jahresende von 519 000 Euro, einem Zinsaufwand für bestehende Darlehen von rund 16 600 Euro sowie Tilgungskosten in Höhe von 34 600 Euro wird die Pro-Kopf-Verschuldung der 1510 Einwohner zum Jahresende 2016 bei ungefähr 340 Euro liegen. Somit zahlt jeder Poxdorfer für Zins und Tilgung rund 34 Euro.
Bei der Beurteilung der finanziellen Situation der Gemeinde waren sich Kämmerin und Bürgermeister einig: Die sogenannte freie Spitze, die Überschüsse des Verwaltungshaushaltes, die dem Vermögenshaushalt zugeführt werden können, wird ab dem nächsten Jahr zurückgehen, da die Einnahmen der Gemeinde rückläufig sind. Dem muss abgeholfen werden, etwa durch den Ausbau des Gewerbegebietes oder durch eine Reduzierung der laufenden Kosten. Dazu Bürgermeister Steins: "Ideen zur Haushaltskonsolidierung sind jederzeit willkommen!" Die Genehmigung des Haushaltes erfolgte einstimmig.