Vom Bayerischen Sportschützenbund (BSSB) kam am 8. Juni die aktuelle Information zum Neustart des Schießbetriebs: "Sportschießen im Innen- und Außenbereich wieder erlaubt." Endlich dürfen sich die Schützen wieder treffen, ihren Schießsport und die Geselligkeit genießen und für Wettkämpfe trainieren - entsprechend ist die Stimmung bei der Schützengesellschaft Rödental.

Alle Schützenvereine freuen sich, mit stetem Blick auf die "Sieben-Tage-Inzidenz". Große Erleichterung ist bei der Schützengesellschaft auch mit Blick auf den Nachwuchs zu spüren: Die Jugend des über 120-jährigen Vereins steht bereits ungeduldig in den Startlöchern. "Wir wollen die Tradition im Schützenwesen halten", betont Vorsitzender Herbert Krug. Um ihren Schützennachwuchs sei die SG Rödental zu beneiden: "Wir haben dreizehn Jugendliche, mit zwei Mädchen. Trotz der Corona-Zeit haben wir nicht einen Jugendlichen verloren." Das macht das Vorstandsteam unter Krugs Vereinsführung mächtig stolz. "Unsere Jugendtrainer machen wirklich gute Arbeit."

Die Schützenjugend wird aber auch verwöhnt: "Wir haben jetzt alle mit neuen Jacken ausstaffiert, schwarz mit orange, todschick", sagt Jugendleiter Thomas Schedel. "Die leuchten richtig und sind schon von Weitem zu erkennen.".

Der Weg in den Sport

"Ich bin neu dabei, aber schon vor Corona. Mein Kumpel Ben hat mich hierhergebracht", sagte Louis. "Und das ist ganz cool hier. Hier lerne ich, mal ganz ruhig zu bleiben und so." Louis freut sich, wieder seine Kumpel zu treffen und auf seinen Schießsport. Luftgewehr, Luftpistole, Kleinkaliber (Gewehr und Sportpistole) sowie Großkaliber (Pistole/Revolver) sind die sportlichen Disziplinen in den Herren- und Damenklassen. Thomas Schedel ist Jugendleiter für Pistole und Wolfgang Krug trainiert den Nachwuchs in der Disziplin Gewehr.

Schedels Söhne Lukas (22) und Felix (14) haben sogar den Vater für die Schützen begeistern können. "Lukas kam mit einem Kumpel zuerst hierher. Da sagte Herbert Krug gleich: Du nimmst Gewehr, du bist groß und kräftig." Später kam die Pistole dazu, dann Kleinkaliber. "Und bei den bayerischen Meisterschaften hat Lukas auf dem Treppchen in der Disziplin Sportpistole gestanden", erinnert sich Schedel. Selbst der Landeskader holte Lukas.

Der jüngere Bruder Felix durfte bereits mit zehn Jahren zu den Schützen, mit Sondergenehmigung! Regulär dürfen sich Kinder ab dem 12. Geburtstag hinzugesellen. "2019 war Felix erstmals bei der Bayerischen mit drei Disziplinen dabei und wurde Dritter." Mit zwölf Jahren gab's für Felix wieder eine Sondergenehmigung für die Disziplin Kleinkaliber. "Er schießt jetzt in der ersten Mannschaft mit den Großen zusammen.".

Ob Gau- oder Bezirksmeisterschaft, "die haben alles gewonnen", ist Vater Thomas begeistert. Felix begeisterte zwei weitere Kumpels für den Schießsport. "Das Ärgerliche ist, dass dieses Jahr keine bayerische Meisterschaft ist. Bei dem hohen Leistungsniveau würde ich mit diesen drei Jungs auf dem Treppchen stehen", bedauert Schedel. Das Idol von Felix sei übrigens der Sportschütze Christian Reitz, der in Rio Olympiagold holte.

"Für die Kleinkaliber- und Großkaliberdisziplinen haben wir donnerstags Training, allerdings in Ebersdorf bei Coburg. Dort haben wir den Schießstand der Schützengesellschaft Ebersdorf gemietet", merkte Herbert Krug an. Und mit Blick auf Rödental: "Ich glaube, wir haben das sauberste Schützenhaus von ganz Deutschland. In der Corona-Zeit ruhte der Spielbetrieb, aber wir haben jeden Dienstag geputzt", sagte Schedel schmunzelnd. Eine Modernisierung der Schießsportanlage stehe noch an.