"Eltern mit Wirkung" lautete das Motto eines schulartübergreifenden und landkreisweiten Elternabends im "Silberfisch" (Betreuungsgebäude) am Schulzentrum in Haßfurt. Rund 150 Teilnehmer waren der Einladung des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft sowie der Bildungsregion Landkreis Haßberge und der Sparkasse Schweinfurt-Haßberge zu dem Berufsorientierungsangebot gefolgt. Im Mittelpunkt standen nicht die Schüler, sondern ihre Eltern und die Frage, wie sie ihre Kinder bei der Berufswahl unterstützen können, wie aus einer Mitteilung des Landratsamtes in Haßfurt hervorgeht.

Erinnerungen

Die Veranstalter, allen voran die beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft, Schulrätin Susanne Vodde und Katharina Hoff, waren überwältigt von dem großen Interesse. Mit der Frage "Wissen Sie noch, was Sie einmal werden wollten?" erinnerten sie daran, dass zwischen den ersten Berufswünschen und der tatsächlichen Berufswahl oftmals Welten lägen. "Sonst wäre vermutlich jeder Dritte von Ihnen Polizist, Tierärztin oder Astronaut", meinte Schulrätin Vodde.

Landrat Wilhelm Schneider stellte in seinem Grußwort fest, dass es wichtig sei, die Jugendlichen bei der Berufswahl zu unterstützen. Aus Studien und Umfragen wisse man, dass Väter und Mütter wertvolle Ratgeber und Berater seien, wenn es um die Frage geht, wie es nach der Schule weitergeht. Eltern unterstützten den Prozess der Berufsorientierung und prägten oft mehr oder weniger unbewusst die beruflichen Vorstellungen und Erwartungen ihrer Kinder. "Eltern sind unerlässliche Partner bei der Berufsorientierung", sagte der Landrat.

Der seit einigen Jahren emeritierte Professor Werner Sacher, ein ausgewiesener Experte der Elternarbeit und ehemaliger Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik, machte deutlich, dass sich Eltern über diesen oftmals unbewussten Einfluss im Klaren sein müssten. Dieser beginne schon viel früher, als angenommen werde: zum Beispiel am Frühstückstisch. Neben zahlreichen Praxistipps für Eltern gab Sacher den Rat, nicht Druck aufzubauen, sondern über indirekte Wege und Nachfragen unterstützende Impulse zu geben. Außerdem rührte er die Werbetrommel für die duale Ausbildung. "Ein Studium ist nicht automatisch der Königsweg zum beruflichen Erfolg. Eine Berufsausbildung kann da eine gute Alternative sein", so der Professor.

Experten gaben Tipps

Im zweiten Teil der Veranstaltung standen den Eltern an acht verschiedenen Stationen Berufsorientierungsexperten aus der Region zum Austausch zur Verfügung. Agentur für Arbeit, Sparkasse, Bfz und AOK informierten über Bewerbungsfristen, ermöglichten Einblicke in Potenzialanalysen oder gaben Tipps für ein gelungenes Bewerbungsschreiben. Die Vertreter der Haßfurter Heinrich-Thein-Berufsschule, der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt und des regionalen Handwerks zeigten an ihren Experteninseln, wie vielfältig die Studien- und Ausbildungsoptionen in der Region sind. Am Stand der Bildungsregion freute sich Bildungskoordinatorin Anja Güll über die ersten jugendlichen Interessenten für eine Neuauflage des Instagram-Ferienprojekts "Jobentdecker im Landkreis Haßberge" im Jahr 2020. red