Zur geplanten Kauerndorfer Ortsumfahrung:

Mit großer Sorge verfolge ich die Berichte in der Presse über die inzwischen beschlossene Kauerndorfer Ortsumfahrung durch den Berg. Aber nicht nur der massive Angriff auf die schönen Hang- und Tallandschaften macht mir zu schaffen.

Betroffen bin ich auch als ganz normaler Steuerzahler, unabhängig vom Wohnsitz. Das geht uns alle an.

Wie kann man es verantworten, für die Umfahrung eines so kleinen Ortes 90.000.000 Euro auszugeben? Wo bleiben die Politiker gerade der Parteien, die vor der Wahl einen sparsamen Umgang mit Steuermitteln versprochen haben. Angesprochen sind auch die örtlich verantwortlichen Kommunal- und Kreispolitiker, aber auch Bundestagsabgeordnete, die dort zum "Wohle" unserer Gesellschaft tätig sind.

Wenn ich mich recht erinnere, waren das besonders die FDP und die CSU, die Steuererhöhungen ablehnten und Steuerverschwendungen den Kampf ansagten. Die SPD wollte sich für soziale Gerechtigkeit einsetzen.

Was ist von ihren gut klingenden Wahlversprechen übrig geblieben? Nichts! Gemacht wird das Gegenteil! Die CSU forciert ein Projekt, das mindestens 90.000.000 Euro öffentlicher Gelder sinnlos verschlingen und obendrein noch den verbliebenen Rest der Schönheit des Maintales zerstören wird, und zwar ohne jegliche Notwendigkeit. Die FDP ist abgeduckt und beobachtet das Geschehen als stiller Zuschauer, anstatt auf die Barrikaden zu gehen, anstatt über das von ihnen geführte Bundesverkehrsministerium diese Geldvernichtung zu verhindern. Hier könnte sich die FDP profilieren und den Wählern zeigen, dass sie es mit dem Sparen wirklich ernst meint.

Und was macht die SPD? Wird sie ihrer sozialen Verantwortung gerecht? Auch sie unternimmt nichts. Nein, sie fördert diesen volkswirtschaftlichen Blödsinn sogar durch Passivität oder sogar durch aktive Unterstützung. Bezahlen müssen das am Ende die "Kleinen", die breite Masse der nicht so begüterten Steuerzahler. Das ist in grober Weise unsozial.

Ich bin froh, dass wenigstens die Grünen sich darum bemühen, die Sinnfälligkeit dieser gewaltigen Straßenbaumaßnahme noch einmal kritisch zu hinterfragen, bevor "das Kind in den Brunnen gefallen ist". Das zeigt Zivilcourage. Sie prangern nicht nur die schädlichen ökologischen Auswirkungen an. Die Hauptkritik richtet sich gegen die unverantwortbare Steuerverschwendung.

Obwohl die Grünen bisher nicht meiner politischen Grundorientierung entsprachen, bin ich ihnen in dieser Sache äußerst dankbar.

Helga Fricke

Hof