Die drei Kneippanlagen in Wonsees sowie in den Ortsteilen Schirradorf und Zedersitz gehören längst zur Gemeindekultur. Das wurde nun mit Geldern aus dem Leader-Projekt "Fränkische Schweiz - Qualitätswanderregion mit starkem Kultur- und Gesundheitsprofil" gewürdigt.

Bauhofmitarbeiter stellten in Wonsees eine Infotafel auf, die Wissenswertes vermittelt zu Pfarrer Sebastian Kneipp sowie zu den anderen Kneippanlagen im Gemeindegebiet. Die Tafel soll auch in einem überregionalen Online-Katalog hinterlegt werden.

Die Hintergrundrecherche hatte die Studentin Katharina Then 2019 im Rahmen einer vom Institut für Fränkische Landesgeschichte veranstalteten Übung durchgeführt. Sie verfasste die Texte für die Tafel, deren Größe und Zeichenzahl genau vom Projektträger vorgegeben war. Keine leichte Aufgabe. "Bei so vielen Informationen war es schwierig, sich nur auf die wichtigsten Punkte zu konzentrieren", so Then.

Ihr Mentor Marcus Mühlnikel erklärt: "Das war die besondere Herausforderung: umfangreiches Wissen kurz, prägnant und gut lesbar zu vermitteln." Innerhalb des Studienprojekts verfassten andere Studentinnen Texte zur Markgrafenkirche und zum Taubmannbrunnen in Wonsees sowie zu Burg und Felsengarten in Sanspareil.

Eine weitere Tafel im gleichen Stil wurde von der Gemeinde Wonsees konzipiert und soll bei Schirradorf in der Balmenflur, einer charakteristischen Halbhöhlenlandschaft, aufgestellt werden.

Die Infotafel an der Kneippanlage ist nun die erste, die für die Öffentlichkeit zugänglich wird. Das hat seinen Grund: Pfarrer Sebastian Kneipp feierte am 17. Mai seinen 200. Geburtstag. Auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten für seine Lungenkrankheit hatte er einst die Heilkraft des Wassers erkannt. Seine Erfahrungen schrieb er 1889 in seinem Werk "So sollt ihr leben!" auf.

Fünf Säulen

Kneipps Verfahren basiert auf fünf Säulen. Neben Wasseranwendungen sind das Heilkräuter, Bewegung, gesunde Ernährung und ein geregeltes Alltagsleben. Zusätzlich zur positiven Wirkung auf die Gesundheit ist das Wassertreten auch eine erfrischende Abwechslung für Wanderer an heißen Sommertagen.

Alle drei Kneippanlagen liegen am Schwalbachtalweg, einem sieben Kilometer langen Wanderweg, der von Schirradorf bis nach Kainach führt. Die erste liegt bereits am Ortsausgang in Schirradorf. Sie wurde 2003 vom damaligen Bauhofleiter Heiner Schwank gebaut und besteht aus Sitzgelegenheiten und einem Kiesbecken - die beiden anderen Kneippanlagen haben ein Bett aus Beton- beziehungsweise Waschbeton.

Auf einem schmalen Pfad gelangt man am Bach entlang nach Zedersitz, wo die Kneippanlage liebevoll von den Mitgliedern des Kneippenputzervereins umsorgt wird. Auf der anderen Seite der Schwalbach führt eine der schönsten Etappen des Wanderwegs bis nach Wonsees - das letzte Stück ist nicht ausgeschildert. Man findet die Kneippanlage, indem man bei Wonsees die Hauptstraße überquert und dem Bachlauf folgt. red