Auf Vorschlag der zuständigen Innung und der Handwerkskammer für Oberfranken wurden am Montagabend im Haus des Handwerks Handwerksmeister und Ausbilder, die sich um die Ausbildung oberfränkischer Lehrlinge besonders verdient gemacht haben, geehrt. Die Urkunde "Verdiente Ausbildung" erhielt im Bereich der Kreishandwerkerschaft Kulmbach die Friseurmeisterin Annette Kurz-Mähringer aus Marktschorgast. Damit wurden die Verdienste als langjährige Ausbilderin und die ehrenamtliche Mitarbeit in der Berufsbildung gewürdigt.
Die Ausbilder und Meister sind nach den Worten von HWK-Präsident Thomas Zimmer der Garant für die duale Ausbildung: "Der Erfolg der dualen Ausbildung ist der Kompetenz und dem Engagement der Ausbilder und Ausbilderinnen in den Betrieben und in unseren Bildungszentren zu verdanken. Nicht nur technisches Know-how auf hohem Niveau, sondern auch berufspädagogische Qualifikationen sind entscheidend für die Qualität der Ausbildung." Die Meisterin und der Meister im Ausbildungsbetrieb nehmen dabei eine Schlüsselrolle für den Erfolg der dualen Ausbildung ein, denn gerade in den kleinen Unternehmen des Handwerks gehört dazu ein hohes persönliches und zeitliches Engagement.
Präsident Thomas Zimmer sprach von einer guten Handwerkskonjunktur und kam zum Ergebnis, dass das oberfränkische Handwerk boomt. Getrieben werde die Handwerkskonjunktur vor allem durch die Bau- und Ausbauberufe, die vom derzeitigen Bau-Boom profitieren.
Dennoch steht das oberfränkische Handwerk trotz starker Konjunktur nach wie vor vor der zentralen Herausforderung, den Fachkräfte- und Nachwuchsbedarf in den nächsten Jahren zu sichern. Es werde für die Betriebe zunehmend schwerer, qualifizierte junge Menschen für eine Ausbildung im Handwerk zu gewinnen. Während im Jahr 2005 auf 92 Ausbildungsstellen noch 100 Bewerber gekommen sind, hat sich der Trend längst umgekehrt, denn 104 Ausbildungsplätzen stehen nur noch hundert Nachfragen gegenüber. Es müsse jungen Abiturienten aufgezeigt werden, dass der Gang an die Hochschule nicht alternativlos ist. Und wichtiger noch: Dass sich eine Karriere im Handwerk auf Augenhöhe mit der akademischen Bildung befindet.
Gegenwärtig bemüht sich die Handwerkskammer für Oberfranken gemeinsam mit der Universität Bamberg, einen dualen Studiengang im Bereich der Denkmalpflege auf den Weg zu bringen. Rei.