Corona sorgt für einen Tourismus-Einbruch: Im ersten Halbjahr haben rund 30 300 Gäste den Landkreis Forchheim besucht - das sind 56 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Die Zahl der Übernachtungen sank um 53 Prozent auf etwa 77 200. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Die NGG beruft sich dabei auf Zahlen des Statistischen Landesamtes.

"Die Pandemie hat zu einer beispiellosen Krise im heimischen Gastgewerbe geführt. Erst mussten Hotels, Gastwirtschaften, Biergärten und Restaurants über viele Wochen ganz zusperren. Und nach dem Lockdown läuft der Betrieb unter Auflagen nur langsam wieder an", sagt Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken.

Unter der Situation litten aber nach Gewerkschaftsangaben nicht nur die Unternehmen. "Die Folgen sind auch für Köche, Kellner und Hotelangestellte dramatisch. Als Kurzarbeiter mussten sie deutliche Lohneinbußen in Kauf nehmen - in einer Branche, die ohnehin nur geringe Löhne zahlt", betont Grundl. Nach dieser "Durststrecke" blickten viele Beschäftigte nun mit Sorge auf die Herbst- und Wintersaison.

Nach Angaben der Arbeitsagentur beschäftigt das Hotel- und Gaststättengewerbe im Landkreis Forchheim rund 1700 Menschen. Allerdings habe die Kurzarbeit bislang einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit verhindern können. Dank staatlicher Hilfen sei eine Pleitewelle im Gastgewerbe ausgeblieben. "Die Gewerkschaften haben sich in Berlin seit Beginn der Pandemie für das Kurzarbeitergeld starkgemacht und auch durchgesetzt, dass es bis Ende nächsten Jahres verlängert wird. So kommen Beschäftigte und Betriebe besser durch diese schwere Zeit", sagt Grundl.

Entscheidend sei zudem, dass die Leistung nach sieben Monaten auf 80 Prozent des Nettoverdienstes (für Eltern 87 Prozent) ansteige. Die NGG appelliert nun an die Unternehmen, die Kurzarbeit für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter zu nutzen. "Wer wegen Corona nicht arbeiten kann, sollte die Möglichkeit einer beruflichen Weiterbildung bekommen - etwa von der Küchenhilfe zur Köchin, vom Restaurantfachmann zum Hotelfachmann", unterstreicht Grundl.

Zudem müssten Beschäftigte auch im Gastgewerbe für die Digitalisierung fit gemacht werden. Hier berge die Krise eine große Chance. red