Was als langwieriges, kompliziertes Verfahren vor dem Landgericht Bayreuth begonnen hatte, ging nun blitzschnell über die Bühne. Gestern wurden die Serieneinbrecher, die vor drei Jahren 31 Sport- und Vereinsheime im Raum Bayreuth/Kulmbach heimgesucht hatten, verurteilt.

Dass der Vorsitzende der Jugendkammer den Angeklagten ins Gewissen geredet hatte, zeigte Wirkung. "Es ist ein starkes Stück, was Sie sich erlaubt haben. Nur ein uneingeschränktes Geständnis kann Sie retten in diesem Verfahren", sagte Richter Bernhard Heim. Und die Angeklagten "ließen die Hosen runter", wie es einer der Verteidiger, Hilmar Lampert, formulierte. So konnten sie es abwenden, eine Gefängnisstrafe verbüßen zu müssen.

Umfassende Geständnisse

Die zwei Haupttäter, die zur Tatzeit 19 Jahre alt waren, legten umfassende Geständnisse ab. Auch bei der Polizei, die eine Ermittlungsgruppe Vereinsheime gebildet hatte, hatten sie sich bereits kooperativ gezeigt.

Für die Polizei war nach den ersten Einbrüchen, die im Mai 2017 beim TSV Glashütten begonnen hatten, schnell klar, dass es sich um eine Serie handeln musste. Die Türen seien immer mit brachialer Gewalt aufgehebelt worden, und man habe immer rote Lackspuren eines Brecheisens gefunden, sagte gestern ein Kripobeamter. Der DNA-Treffer beim Einbruch in Pegnitz habe die Polizei auf die Spur der Angeklagten geführt. Als am 25. Oktober in Marienweiher das letzte Sportheim aufgebrochen wurde, sei man den Tätern schon dicht auf den Fersen gewesen. Nachdem die jetzt mitangeklagte Frau die zwei Männer angezeigt hatte, seien diese festgenommen worden. Man habe bei ihnen gestohlene Gegenstände gefunden, das den betroffenen Sportvereinen zugeordnet werden konnte.

Angeklagter repariert Kärcher

"Die haben von Anfang an ausgepackt", sagte der Zeuge. Durch Mithilfe der Beschuldigten sei es gelungen, einen Großteil des Diebesguts zurückzugeben. Unter anderem habe ein Verein einen Kärcher-Hochdruckreiniger wiederbekommen, der defekt war, aber von dem Angeklagten aus Bayreuth repariert wurde. Insgesamt sei es gelungen, den Entwendungsschaden von 25 000 auf unter 10 000 Euro zu reduzieren.

Auch zu ihrem Motiv machten die Einbrecher bei der Polizei Angaben. Wegen ständiger Geldprobleme sei es die ursprüngliche Idee gewesen, Benzin und Benzinkanister zu stehlen, so der Chef der Ermittlungsgruppe. "Das war die Idee für die Einbruchserie."

Strittig sei von Anfang an die Frau gewesen. Bei ihr seien ein Fahrrad, eine Stereoanlage und ein Fernseher gefunden worden, die sie alle auch benutzte. Nach Angaben der beiden Haupttäter soll sie bei der Hälfte der Taten mitgemacht haben. Sie habe aber nur zugegeben, in Neudrossenfeld dabeigewesen zu sein. Zur Aussage bei der Polizei, so der Zeuge, habe sie sich entschlossen, weil der eine Angeklagte "ein Arsch" sei und der andere "mit ihr Schluss gemacht" habe.

Mitgefangen, mitgehangen

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme wurde das Verfahren gegen die Frau wegen geringer Schuld eingestellt. Sie muss eine Geldauflage von 750 Euro bezahlen und ist damit nicht vorbestraft, wie der Vorsitzende erklärte. Nach dem Motto "Mitgefangen, mitgehangen" sei sie als Komplizin der beiden Täter ins Visier der Justiz geraten.

Staatsanwalt Eik Launert stimmte auch zu, den Prozess auf die Hälfte der angeklagten Einbrüche zu beschränken, da die restlichen Straftaten bei einer Verurteilung nicht ins Gewicht fallen würden. Für beide Angeklagten forderte er jeweils zwei Jahre Jugendstrafe, die "mit Bedenken" zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Bei 15 Fällen des besonders schweren Diebstahls und Sachbeschädigung hätten sie hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt und das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen mit Füßen getreten. Um sie von weiteren Straftaten abzuhalten, sei jeweils ein "Warnschussarrest" von vier Wochen notwendig, so Launert.

Von einer "gewaltigen Einbruchserie" sprach Rechtsanwalt Hilmar Lampert. Er plädierte für eine Strafe unter zwei Jahren. Mit einem zweiwöchigen Arrest solle erzieherisch auf seinen Mandanten eingewirkt werden, weil bei ihm schädliche Neigungen zu erkennen sind. Rechtsanwältin Dorrit Franze, die den Angeklagten aus dem Kreis Kulmbach vertrat, hielt eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten für ausreichend. Ein Arrest sei nicht nötig, das Verfahren habe ihren Mandanten nachhaltig beeindruckt.

Zweimal Warnschussarrest

Mit dem Urteil erfüllte die Kammer offenbar die Erwartungen aller Beteiligten. Sie verhängte wegen Diebstahls mit Sachbeschädigung in 15 Fällen jeweils zwei Jahre Jugendstrafe, die auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Beide Täter müssen einen zweiwöchigen Arrest absitzen. Außerdem ordnete das Gericht einen Täter-Opfer-Ausgleich an: Die Angeklagten müssen sich bei den Vereinen entschuldigen und bekamen die Weisung, den Schaden wiedergutzumachen, auch durch eigene Arbeitsleistung.

Das Urteil ist bereits rechtskräftig.