Christiane Reuther Es ist ein lieb gewordener Brauch in Haßfurt, zu Beginn eines neuen Jahres auf dem Marktplatz zusammenzukommen und sich persönlich mit einem Handschlag ein gutes neues Jahr zu wünschen. Der Neujahrsempfang am Mittwochabend war eine Einstimmung auf das kommende Jahr, als bei Einbruch der Dämmerung der evangelische Posaunenchor unter der Leitung von Detlef Raudszus aufspielte, Bürgermeister Günther Werner seine Ansprache hielt und Pfarrerin Sabine Hopperdietzel und Stadtpfarrer Stephan Eschenbacher das neue Jahr unter Gottes Segen stellten. Freunde und Bekannte trafen sich, tranken gemeinsam einen Punsch und tauschten sich aus.

Bürgermeister Werner freute sich, dass sich wieder so viele Bürger, Vertreter der Kirchengemeinschaften, Vereine und Verbände eingefunden hatten, die ein Zeichen gelebter Gemeinschaft demonstrierten. Er verwies auf den "Tag der Franken" und die "Unterfränkischen Kulturtage", für die die Stadt Haßfurt mit zahlreichen Kulturveranstaltungen im Sommer Gastgeber sei. Als besonderer Gast werde Ministerpräsident Markus Söder erwartet. In diesem Sinne dankte Werner all denen, die sich dafür engagieren, dass das "kulturelle und wirtschaftliche Herz" der Stadt weiter schlägt.

Aber auch dem sozialen und karitativen Ehrenamt der Bürger sowie dem Engagement in allen Vereinen und sonstigen Organisationen galt sein Dank. So führte Werner die barrierefreie Umgestaltung des Bahnhofes lobend an. Auch wolle sich die Stadt dem digitalen Zeitalter nicht verschließen und ihre Bürger an dessen Entwicklung teilhaben lassen, wie der Bürgermeister versicherte und dabei auf das "Smart-Green-City"-Projekt verwies.

"Füreinander da sein, sich gegenseitig unterstützen, mit Nächstenliebe, tolerant und unvoreingenommen auf seine Mitmenschen zugehen, Respekt voreinander zu haben und andere wertzuschätzen muss in unserer Gesellschaft vorgelebt werden", sagte der Bürgermeister. Heimat ist aus seiner Sicht kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. "Sie ist die beste Basis für ein gutes Zusammenleben im Hier und Jetzt und in Zukunft", so Werner.

Nur wenn es gelinge, individuelle Freiheit und Gemeinsinn zu verbinden, gehe es laut Bürgermeister dem Land weiterhin gut. "Wir sind stolz darauf, seit über 70 Jahren in Frieden leben zu dürfen, das haben wir insbesondere der Europäischen Union zu verdanken, dem Zusammenschluss vieler Völker und Nationen", bemerkte das Stadtoberhaupt, das mit einem Zitat von Hermann Hesse seine Ansprache beendete: "Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden."

Neben der Ansprache des Bürgermeisters stand eine kleine Andacht im Mittelpunkt. Pfarrerin Sabine Hopperdietzel und Stadtpfarrer Stephan Eschenbacher segneten gemeinsam die Anwesenden. Die beiden Trompeter Sebastian Raab und Markus Lenhardt beendeten mit festlichen Klängen, gespielt aus luftiger Höhe, die offizielle Feier.