Der Landkreis Kulmbach gewährt für das Leader-Kooperationsprojekt "Natur Erlebnis Wäldla" einen Kreiszuschuss von 150 000 Euro. Das Geld wird in den Haushalten 2022 bis 2024 bereitgestellt werden. Die Entscheidung für das wohl einmalige interkommunale Kooperationsprojekt der Marktgemeinden Presseck und Marktrodach und der Stadt Wallenfels traf der Wirtschafts- und Kulturausschuss am Donnerstagnachmittag einstimmig. Das Besondere daran, es ist ein Demographie-Leitprojekt, das übergreifend in den Landkreisen Kulmbach und Kronach mit einem Kostenvolumen von knapp 5,8 Millionen Euro auf die Beine gestellt wird.

Pressecks Bürgermeister Christian Ruppert bekam zu Beginn der Sitzung des Wirtschafts- und Kulturausschusses die Möglichkeit, das ehrgeizige Leader-Projekt vorzustellen. Er tat dies sehr engagiert und auch mit der Überzeugung, dass mit den einzelnen Maßnahmen ein attraktives Lebensumfeld geschaffen wird, das Familien einlädt, zu kommen, und Einheimische überzeugt, zu bleiben. Bürgermeister Christian Ruppert: "Wir haben in der Region mit einem Strukturwandel zu kämpfen und deshalb auch einen besonderen Handlungsbedarf."

Landrat Klaus Peter Söllner (FW), der die maßgeblichen Akteure bereits am 8. November 2011 zu einem Gespräch eingeladen und für ein interkommunales Projekt motiviert hatte, ließ den Ausschuss wissen, dass die Projektförderung auf ganz verschiedenen Ebenen erfolgen und ein positives Signal für die Region sein wird.

Was die Förderung angeht, dankte Landrat Söllner besonders der Oberfrankenstiftung und den beiden Landtags-abgeordneten Rainer Ludwig (FW) und Martin Schöffel (CSU), die es ermöglichten, dass der Markt Presseck eine erhebliche Fördersumme aus München erhalten wird. Landrat Söllner: "Wir wollen eine Chance nutzen, das Leader-Projekt jetzt zu einem Abschluss zu bringen." Es ist nach den Worten von Landrat Söllner eine einmalige Chance, die Mittel, die bayernweit nicht abgerufen wurden, nochmals anzuzapfen, und er sprach dabei von einer "Win-Win-Situation". Dennoch verbleibt beim Markt Presseck noch ein Eigenanteil von rund einer Million Euro.

Junge Familien im Fokus

Bürgermeister Christian Ruppert stellte das Projekt mit einer Präsentation im Einzelnen vor und dabei machte er deutlich, dass sich das "Natur Erlebnis Wäldla" heute als ein für Oberfranken beispielhafter Beitrag zur Bewältigung des demographischen Wandels darstellt. Mit dem interkommunalen Kooperationsprojekt soll dem demographischen Wandel in den Märkten Presseck und Marktrodach sowie der Stadt Wallenfels aktiv begegnet werden. Aus der Notwendigkeit, gegen die Abwanderung insbesondere von jungen Menschen und jungen Familien vorzugehen, entstand ein Bündnis aus Bürgermeistern und den Vereinen TSV Presseck, ATS Wartenfels und den Frankenwaldvereinen Presseck, Wartenfels und Seibelsdorf über die Landkreisgrenzen von Kulmbach und Kronach hinaus.

Bürgermeister Christian Ruppert: "Uns ist bewusst, dass bei einer Fortsetzung des negativen Trends eine empfindliche Schwächung der Infrastruktur und damit eine weitere Ausdünnung der Region kaum mehr zu stoppen wäre." Deshalb sei dieses mutige, zukunftsweisende Projekt entstanden, das überregional ein Zeichen setzen wird und die drei Partnerkommunen vom "Wäldla" als attraktive Wohn-, Lebens- und Arbeitsstandorte mit Mut zur Zukunft präsentiert.

Wie Bürgermeister Christian Ruppert aufzeigte, setzt sich das Projekt aus einer ganzen Reihe von Einzelmaßnahmen an den Standorten Presseck, Wartenfels, Seibelsdorf und Wallenfels zusammen. Für die Projektträgerschaft sind die einzelnen Kommunen vorgesehen und Projektverantwortliche aus den lokalen Vereinen haben sich, wie Bürgermeister Christian Ruppert besonders hervorhob, mit ihren konkreten Vorschlägen beteiligt und werden auch bei der Umsetzung so weit als möglich mitwirken. Auf einer vertraglichen Basis ist festgehalten, dass die Projektverantwortlichen sich auch nach der Umsetzung der Teilmaßnahmen um diese kümmern.

Der Turm als Anziehungspunkt

Das Projekt "Natur-Erlebnis Wäldla" setzt sich aus zwölf Einzelmaßnahmen zusammen, und das Wahrzeichen des Frankenwaldes, der Pressecker Aussichtsturm, bildet das Kernstück. Landrat Klaus Peter Söllner betonte, dass sich der "Knock-Turm" im Eigentum des Frankenwaldvereins befinde, aber es für diesen unmöglich gewesen wäre, den Bau eines neuen Aussichtsturmes zu stemmen. Bürgermeister Ruppert dazu: "Der neue Entwurf für den Turm kam sehr gut an. Es ist insgesamt eine große Herausforderung für unsere Marktgemeinde und der neue Turm wird einen großen Anziehungspunkt bilden."

Für FDP-Kreisrat Veit Pöhlmann ist das Interkommunale Projekt die richtige Antwort, um dem demographischen Wandel entgegenzutreten. So sieht es auch CSU-Kreisrat Erhard Hildner, der von einem Pilotprojekt sprach: "Es wird die Heimatverbundenheit stärken."