Auch diesen Winter müssen wir wegen der Pandemie auf vieles verzichten. Auch auf unseren Weihnachtsmarkt. Keine gebrannten Mandeln, kein Glühwein... Aber eine der wenigen Sachen, die so eine Zeit ein wenig erträglicher machen kann, ist eine gute Freundschaft - auch die zwischen Städten.

Denn auch in Coburgs Partnerstadt Oudenaarde in Belgien wird es keinen Weihnachtsmarkt in der bekannten Form geben. Einen hell erleuchteten Baum aber schon - den aus Coburg. Seit dem Wochenende ist der Weihnachtsbaum aufgestellt, geschmückt und illuminiert. Die 18 Meter hohe Serbische Fichte war in den vergangenen Tagen nach Belgien transportiert worden und ist ein Geschenk der Vestestadt an die belgischen Freunde. Dieser Weihnachtsbaum steht auch für die lange Städtepartnerschaft zwischen Oudenaarde und Coburg, die im nächsten Jahr ihr 50. Jubiläum feiert. Aber er ist auch ein Symbol der Wärme in einem dunklen Winter.

Dieser höchste je in Oudenaarde aufgestellte Baum sei ein Symbol des Lichts und des Trostes in dunklen Tagen und besonders in diesen Zeiten, sagte Marnic De Meulemeester, Oberbürgermeister von Oudenaarde. Für den Schmuck des Baumes mit vielen Hundert Lichtern und einer großen Krone an der Spitze wurde eigens ein Dekorateur von der belgischen Stadt engagiert, erklärte De Meulemeester.

Sogar einen zweiten Coburger Baum bekommt Oudenaarde. Es ist der Designer-Weihnachtsbaum mit gefalteten Papiertauben, der vor zwei Jahren im Foyer des Victoria-und Albert-Museums in London stand. Das Kunstwerk wurde von Anna Hühnerkopf geschaffen, die in Coburg Design studiert.

Wegen der Pandemie gab es am Wochenende ein Online-Präsentation des geschmückten Christbaumes auf dem Marktplatz von Oudenaarde vor dem historischen Rathaus der Stadt. Hans-Herbert Hartan, zweiter Bürgermeister von Coburg, würdigte "dieses besondere Ereignis" ebenfalls online und überbrachte die Grüße von OB Dominik Sauerteig sowie Bürgermeister Thomas Nowak und dem Stadtrat. "Aus dem kleinen Pflänzchen der Städtepartnerschaft zwischen Oudenaarde und Coburg ist in den vergangenen 50 Jahren ein stattlicher Baum geworden", so Hartan. Er erinnerte daran, dass vor einem halben Jahrhundert "ehemalige Gegner des Zweiten Weltkrieges ein Band der Freundschaft knüpften". Die Partnerschaft der beiden Städte habe zahlreiche private Besuche und Beziehungen nach sich gezogen. So gibt es auf dem Coburger Weihnachtsmarkt auch stets belgisches Bier und Pralinen. "Der europäische Gedanke und die Freundschaft zwischen Oudenaarde und Coburg sind ein Schatz, der bewahrt und gepflegt werden muss." Im nächsten Jahr, wenn sich die Beziehung beider Städte zum 50. Mal jährt, hofft der zweite Bürgermeister "wieder auf normale Besuche".

Auch der Designer-Weihnachtsbaum trägt vereinende Gedanken in sich. Die Tauben aus gefaltetem Papier symbolisieren nach den Worten von Anna Hühnerkopf den Frieden und die Ruhe in der Weihnachtszeit: "Ich freue mich, dass der Baum nun zum zweiten Mal aufgebaut und jetzt in Belgien zu sehen ist."

Der 18 Meter hohe Weihnachtsbaum aus Coburg war am vergangenen Dienstag auf einem Tieflader in Oudenaarde eingetroffen. Zwei Autokrane brachten den Baum aus der Waagrechten in die Senkrechte. Geschmückt ist die Fichte mit Figuren, Lebkuchen und vielen, vielen Lichtern. Christbaumkugeln in den Farben Rot, Silber und Gold komplettieren den Glanz. Ein goldenes Banner mit dem Schriftzug "Oudenaarde & Coburg" an dem Weihnachtsbaum sowie die Ziffer 50 in einem Lorbeerkranz weisen auf das Jubiläum im nächsten Jahr hin.