Kaum ein anderer hat die Stützpunktfeuerwehr Gößweinstein in den zurückliegenden Jahrzehnten so geprägt wie Harald Bogner. Als er am 1. März 1974 als 18-Jähriger in die Wehr eintrat, konnte niemand ahnen, dass Bogner einmal fast alle Führungspositionen bekleiden würde. An seinem heutigen 65. Geburtstag geht der erste Ehrenkommandant in den wohlverdienten "Feuerwehrruhestand", nicht weil er möchte, sondern weil das Bayerische Feuerwehrgesetz diese Altersgrenze für Aktive vorschreibt.

Er bleibt seiner Wehr erhalten

Dennoch ist für Bogner bei der Feuerwehr lange noch nicht Schluss. Er wird als ehemaliger Bänker die Kassengeschäfte des Feuerwehrvereins als Hauptkassier weiterführen und Bekleidungswart aller zehn Gößweinsteiner Feuerwehren bleiben. Auch das Bockbierfest, das er erstmals 2009 initiiert hatte, wird Harald Bogner weiter federführend organisieren.

Bogner hat während seiner 46-jährigen Dienstzeit alle Lehrgänge und Ausbildungen durchlaufen, die es gibt. So hat er nicht nur die höchsten Leistungsabzeichen Wasser und Technische Hilfeleistung absolviert und an unzähligen Leistungsmärschen teilgenommen, sondern ist auch Träger der höchsten Auszeichnungen des Bayerischen Landesfeuerwehrverbands und des Freistaats Bayern. Unter anderem wurde er 2014 durch den damaligen Kreisbrandinspektor Georg Henckel mit dem bayerischen Fluthelferorden ausgezeichnet, was eine ganz besondere Ehrung für ihn darstellt.

An vorderster Front im Einsatz

Als 2003 und 2013 die Partnergemeinde Bad Schandau an der Elbe von Flutwellen vollkommen überschwemmt wurde, war er mit Kameraden an vorderster Front im Einsatz.

2018 überreichte Bürgermeister Hanngörg Zimmermann Bogner für diesen Einsatz und für sein langjähriges Wirken bei der Feuerwehr die Gößweinsteiner Bürgermedaille, zuletzt ernannte ihn seine Wehr im März diesen Jahres zum ersten Ehrenkommandanten in ihrer 147-jährigen Geschichte.

Seit 1977 ist Bogner Atemschutzgeräteträger, 1985 absolvierte er die Lehrgänge als Truppmannführer und Maschinist, 1995 in der Feuerwehrschule in Regensburg den Gruppenführerlehrgang und den Lehrgang als Leiter einer Feuerwehr. Von 1977 bis 1996 war er erster Verantwortlicher für den Atemschutz in der Marktgemeinde und setzte sich dafür ein, dass die Anzahl der Atemschutzgeräteträger maßgeblich erhöht wurde.

1980 übernahm er zusätzlich den Posten des Jugendwarts, von 1995 bis 2006 war er Kommandant und somit auch federführender Kommandant aller Gößweinsteiner Wehren, von 2011 bis 2012 dann Adjutant.

Unter seiner Leitung wurden die Rettungs- und Einsatzfahrzeuge LF 8/16 und LF 20/16, ein Mehrzweckfahrzeug und ein Mannschaftstransportwagen angeschafft. Seit 1977 ist Bogner auch Mitglied im Verwaltungsrat und im Vorstand des Gößweinsteiner Feuerwehrvereins. Von 1983 bis 1985 war er auch Vorsitzender des Feuerwehrvereins, seit 2006 ist er Kassier.