Das "Maienrausdanzn" stand am Montagabend als krönender Abschluss der Kerwa in Untermembach auf dem Programm. 17 Paare aus den drei Membach-Orten nahmen daran teil. Gegen 18 Uhr zogen die Ortsburschen vom Festplatz mit Unterstützung der Musik in das Dorf, um dort ihre Tanzpartnerinnen abzuholen. An der Spitze wurde der Weidenbuschen vorangetragen, der von den Mädchen mit bunten Bändern geschmückt wurde.
Erst am Treffpunkt erhielten die Ortsburschen die geschmückten Schürzen von ihren Tanzpartnerinnen umgelegt. Zum Festplatz zurückgekehrt, umrundeten die Paare den Kirchweihbaum. Auf einem Tisch befand sich unter einem Tuch der Wecker, der zu einer unvorhersehbaren Zeit laut schellen würde. Wer den Buschen gerade in Händen hielt, der musste auch ein Kirchweihlied zum besten geben.
Der Buschen wurde dann nach jeder Runde an das nächste Paar weitergereicht. Die 17 Paare umrundeten auf diese Weise den Baum bis zum befürchteten oder auch ersehnten Klingeln des Weckers. Es gewann eindeutig Sascha Reinwald aus Untermembach mit seiner Partnerin Vroni Nein aus Großenseebach. Sie erhielten beide eine Schärpe mit der Aufschrift "Raustanzen Untermembach 2016".
Die Erleichterung stand einigen der anderen Mitwirkenden direkt ins Gesicht geschrieben. Denn nach altem Brauch muss der Sieger beim Raustanzen die Mitwirkenden einmal freihalten, was allerdings erst in einiger Zeit der Fall sein wird. Nach diesen Anstrengungen zogen die Paare in das Festzelt, wo Sascha und Vroni ihre Tanzkünste vor dem Publikum zum Besten gaben.
Die Ortsburschen blickten mit großer Genugtuung auf eine gelungene Veranstaltung zurück. Alle Programmpunkte verliefen wie geplant. Vor allem gelang es keinem Burschen aus den umliegenden Ortschaften, den Kirchweihbaum zu schälen. "Da passen wir schon auf", meinten die Ortsburschen nur. Zum Kirchweihausklang spielten Rudi und Stephan, bekannt aus dem Klimperkasten, und sorgten für ein gut besuchtes Kirchweihzelt.
Manfred Welker