Über ein Jahr musste Bernd Förtsch warten - jetzt darf er das "Weiße Roß" umbauen. Das Haus am besten Platz in Kulmbach soll Hotel bleiben und unten wieder Gastwirtschaft (früher "Markgrafenschänke") werden. Der Stadtrat gab am Donnerstag einstimmig sein Placet zum Vorhaben des Kulmbacher Unternehmers (Börsenmedien AG).

Daran, dass das Projekt ein Erfolg wird, zweifelt niemand. OB Ingo Lehmann sagte: "Dann haben wir wieder mehr Leben am Marktplatz." Auch Michael Pfitzner (CSU) und Thomas Nagel (FDP) erwarten eine Stärkung der Innenstadt.

Bier aus Trebgast

Dass der Bauantrag erst jetzt gestellt werden konnte, lag am Vertrag mit der Kulmbacher Brauerei, die bis Ende 2020 die Gastwirtschaft gepachtet hatte. Förtsch hätte die Gastronomie gerne früher eröffnet, um in seinem Lokal sein eigenes Bier aus der Brauerei Haberstumpf auszuschenken. Bier aus Trebgast ausgerechnet am Kulmbacher Marktplatz - doch davon war man wohl bei der Kulmbacher Brauerei nicht begeistert.

Mit dem Kauf der Brauerei Haberstumpf führt Förtsch die Trebgaster Biertradition seit 1531 fort. Dort hatte es schon einige Jahre gekriselt. Hans Wernlein, der "Bräu", musste 2017 sogar zeitweise eine Sud- und Bierpause einlegen. Der Vorbesitzer stemmte sich gegen das endgültige Aus, und nun wurde sein Lebenswerk vom heimatverbundenen Kulmbacher Börsenunternehmer gerettet. Haberstumpf ist neben Schübel, Stadtsteinach, Kommunbräu und Museumsbrauerei in Kulmbach sowie Bräuwerck, Neudrossenfeld, eine von fünf Klein- und Gasthausbrauereien im Landkreis.

Sternekoch als Pächter?

Wer die Gastronomie im "Weißen Roß" übernehmen wird, ist offiziell nicht bekannt. Es hält sich in Kulmbach hartnäckig das Gerücht, dass Alexander Herrmann aus Wirsberg Interesse hätte, das Lokal zu pachten. Auf Nachfrage gab es dazu aber ein Dementi von der Pressestelle des TV- und Sternekochs.

Im denkmalgeschützten Gebäude am Marktplatz ist geplant, die Küche zu verkleinern und die Fläche der Gastwirtschaft zu vergrößern. Dort sind insgesamt 67 Sitzplätze vorgesehen. Die Fenster im Erdgeschoss werden durch bodentiefe Fenstertüren ersetzt, so dass künftig ein direkter Zugang zur Außenbewirtschaftung am Marktplatz besteht.