Ein festliches Konzert am Vorabend des 366. Friedensdankfestes in der gut besuchten St. Laurentiuskirche Meeder bescherte der nach dem Gotteshaus benannte Laurentiuschor. Unter Leitung von Gary O'Connell und Marthel Witkowski, Soloflötistin im Philharmonischen Orchesters des Landestheaters Coburg, gab es eine abwechslungsreiche Vortragsfolge mit anspruchsvollen Motetten von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Spirituals und weiteren Chorwerken sowie stimmungsvolle bis virtuose Flötenmusik, die Gary O'Connell am Klavier begleitete. Die durchwegs gelungenen Darbietungen erhielten reichen Beifall.
Die Eröffnung gestaltete der Chor mit der doppelchörigen Motette "Jauchzet dem Herrn alle Welt" von Mendelssohn, wozu einiger Mut gehörte, verfügt der Laurentiuschor doch lediglich über acht Frauen- und vier Männerstimmen. Dass dieses schwierige Werk mit nur kleinen Unebenheiten der Intonation, aber sonst ausdrucksvoll gestaltet zum Vortrag kam, zeigte die Leistungsfähigkeit des kleinen Chors.
Vom gleichen Komponisten erklangen später noch andächtig der Chorsatz "Wirf dein Anliegen auf den Herrn", die Motette "Lass, o Herr, mich Hilfe finden" mit Solosopran (Christina Senftleben), Flöte und Klavier sowie a cappella das choralartige "Verleih uns Frieden gnädiglich". In vier Abschnitten würdigte Pfarrer i.R. Rainer Gerhardt - der auch ein Friedensgebet sprach - Leben, Werk und Bedeutung des Bach-Wiederentdeckers.
Die Vielseitigkeit des Laurentiuschores zeigten die weiteren Beiträge, entweder schwungvoll von Gary O'Connell dirigiert oder gekonnt am Klavier begleitet. Da waren die eingängigen Messesätze von William Mathias, der lebhafte Kanon über einem ostinaten Bass "The Greatest Commands", der schlichte Choralsatz "Ach, lieber Herr" von Brahms oder die fünf temperamentvoll und sauber gesungenen Spirituals. Mit dem hymnischen "Cantique de Jean Racine" von Gabriel Fauré mit Flöte und Klavier beschloss der Chor den kurzweiligen Abend.


Eine vorzügliche Flötistin

Eine Fülle romantischer und impressionistischer Flötenstücke bot die vorzügliche Flötistin Marthel Witkowski zwischen den Chordarbietungen mit überlegener, virtuoser Technik und modulationsreicher Tongebung. Man hörte ein melancholisches Chanson und eine heitere Badinerie von Pierre Camus, zwei elegant-kapriziöse Sätze von Benjamin Godard, die stimmungsvolle "Irlandaise" von Claude Bolling und das umfangreiche fantasieartige "In Ireland" von Hamilton Harty. Sicher und aufmerksam begleitete Gary O'Connell am Klavier. Als Zugabe nach anhaltendem Beifall stimmte er noch einmal die Eingangsmotette an. Und siehe da, sie ging schon viel besser!