Er ist ein Urgestein und ein echtes Schwergewicht in der Kommunalpolitik nicht nur der Marktgemeinde Wirsberg: Karl Heinz Opel (62), der vor 25 Jahren erstmals zum Zweiten Bürgermeister seiner Heimatgemeinde gewählt wurde. Ein Amt, das er bis heute nicht nur innehat, sondern auch mit Leidenschaft und hohen persönlichen Engagement vertritt.

Im Marktgemeinderat sitzt Opel sogar schon seit 31 Jahren. Bürgermeister Jochen Trier (FW) nahm das kleine Jubiläum zum Anlass, seinem Stellvertreter für seine engagierte Mitarbeit zu danken. Karl Heinz Opel hatte seine politischen Wurzeln in der CSU und kandidierte erstmals als 22-Jähriger für den Marktgemeinderat Wirsberg. Auf der CSU-Liste war er erster Ersatzmann. Ausgemacht war damals, dass Walter Schröppel nach zwei Jahren seinen Platz im Gemeinderat für den Neufanger Newcomer freimachen sollte. Doch es kam alles ganz anders.

Bei der nächsten Kommunalwahl 1990 zogen die Freien Wähler den Neufanger an Land,s Karl Heinz Opel schaffte den Sprung in den Gemeinderat. Sein "Ziehvater" war der frühere Bürgermeister Willy Pinkow. Bei den folgenden Kommunalwahlen wurde der Landwirtschaftsmeister jedes Mal "Stimmenkönig" der FW.

Bürgermeister Jochen Trier bezeichnete seinen Stellvertreter als ein absolutes "Zugpferd", was seine Wahlergebnisse anbelangt. "Das zeigt auch seine Akzeptanz und Wertschätzung sowie Beliebtheit in der Bevölkerung. Es ist einer aus unserer Mitte und hat immer das Wohl seiner Gemeinde im Blick. Er kennt auch kein Kirchturmdenken, sondern ihm liegt viel daran, mit unseren Nachbargemeinden gut zusammenzuarbeiten."

Was die Bürger an Opel vor allem schätzen, sind seine Gradlinigkeit und seine große Hilfsbereitschaft. Was er bei seiner Arbeit im Gemeinderat sehr schnell erkannte: "Wenn man sich für die Belange eines Bürgers einsetzen will, ist immer eine zweite Meinung wichtig. Erst dann habe ich Partei ergriffen. Meine Meinung habe ich dann offen vertreten, auch wenn es dem einen oder anderen nicht gepasst hat. Nach dem Fähnchen im Wind habe ich mich nie gedreht." Über all die Jahre war Karl Heinz Opel stets um Ausgleich und ein gutes Miteinander bemüht. Und eines ist bis zum heutigen Tag auch klar: "Die Arbeit im Gemeinderat und als Zweiter Bürgermeister hat mir immer Spaß gemacht, weil ich et was für meine Gemeinde bewegen wollte und auch konnte."

Nur kurz hat sich Opel, der für die Freien Wähler in der dritten Wahlperiode auch im Kreistag sitzt, darüber Gedanken gemacht, vielleicht einmal selbst für das Amt als Bürgermeister zu kandidieren. "Da habe ich vielleicht einmal in einer Nacht daran gedacht, aber ich sage es ganz offen, mein landwirtschaftlicher Betrieb war für mich die Nummer eins. Ich hätte den Betrieb nicht nebenbei betreiben können, denn als ich zum Zweiten Bürgermeister gewählt wurde, hatte ich meinen Stall neu gebaut und war eine finanzielle Belastung auf 25 Jahre eingegangen. Schon allein deshalb konnte ich meine Entscheidung nicht einfach über Bord werfen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, mir sind manches Mal meine Rindviecher im Stall lieber als die Menschen, weil sie ehrlich sind." Werner Reißaus