Ein Verein muss her, um die Maßnahmen aus dem Integrierten Ländlichen Einwicklungskonzept (Ilek) in den Mitgliedsgemeinden der "Allianz B 303+" besser umsetzen zu können. Deshalb beschloss der Gemeinderat am Dienstag einstimmig die Vereinsgründung zusammen mit weiteren Gemeinden.

Dieser künftige Verein unter der Bezeichnung "Allianz B 303+ e.V." wird getragen von den Kommunen Ebersdorf, Großheirath, Grub am Forst, Marktgraitz, Mitwitz, Niederfüllbach, Schneckenlohe, Sonnefeld, Weidhausen und Untersiemau. Zusätzlich soll eine Lenkungsgruppe etabliert werden, in der auch Vertreter des Amts für Ländliche Entwicklung, weitere Fachbehörden der regionalen und überregionalen Akteure sowie Partner beteiligt sind. Das Amt für Ländliche Entwicklung hat zur Vereinsgründung geraten, um Schwung in die Aktivitäten der Allianz zu bringen.

Ein Verein hat die Vorteile, dass Personal beschäftigt werden kann, nicht jede Gemeinde einzeln einen Umsetzungsmanager anstellen muss und dass die interkommunale Zusammenarbeit zeitnah ermöglicht werden kann. Größere Kosten fallen nicht an. Die Satzung sieht unter anderem auch regelmäßige Allianzversammlungen und gemeinsame Gemeinderatstreffen vor.

Der Gemeinderat beschloss, einen sogenannten Vitalitätscheck für eine zukunftsorientierte Innenentwicklung durchführen zu lassen. Diese Untersuchung soll Leerstände, Baulücken und Brachen zeigen und herausfinden, wo es Bedarf für Wohnungsbau und Einrichtungen der Grundversorgung gibt. Die Kosten in Höhe von rund 60 000 Euro werden mit 75 Prozent gefördert. Gemeinderat Reiner Brückner (SPD) bemängelte die bisherige zähe Vorgehensweise: "Es ist mehr Druck zu machen, um vorwärts zu kommen." Brückner bat Bürgermeister Bernd Reisenweber (BG), beim künftigen Umbau der Schule in Großgarnstadt zu einer Kindertagesstätte darauf zu achten, dass eine Lüftungsanlage eingebaut wird. Das gefiel Rainer Mattern (CSU), der gleichzeitig den Träger der Einrichtung, die evangelisch-lutherische Kirche, vertritt, nicht. "Diese Anlagen kosten ein Schweinegeld und verursachen hohe Wartungs- und Personalkosten", meinte er. Besser wäre eine Einzelraumbelüftung. Der Bürgermeister berichtete, dass Mitte Mai die konkrete Planung für das Bauprojekt beginne. "Wir wollen so schnell wie möglich allen Kindern einen Platz zur Verfügung stellen", betonte Bürgermeister Bernd Reisenweber. dav