Gut 55 Kilometer schlängelt sich der Rote Main von der Quelle im Lindenhardter Forst bei Creußen durch malerische und naturbelassene Auen bis zur Mainwiege unterhalb von Schlosses Stei­nenhausen südwestlich von Kulmbach. Der Rote Main ist der wasserärmere der beiden Quellflüsse.

Der Rot-Main-Auen-Weg, dessen erste Etappe 2014/2015 im Zuge der Landesgartenschau in Bayreuth von der Wilhelminenaue über Heinersreuth bis Neudrossenfeld-Langenstadt realisiert wurde, wird als thematischer Spazier- und Wanderweg durch eine idyllische Kulturlandschaft hervorragend angenommen. Auch die Geschichte der vielen Mühlen am Weg wurde aufgearbeitet. Allein drei der acht Mühlen auf dieser Strecke verfügen noch über ein komplettes historisches Mahlwerk. Und wenigstens eine davon sollte als Industriedenkmal erhalten bleiben und geschützt werden, wobei die Mühle in Unterkonnersreuth als Favorit gilt.

Fluss als Identitätsfaktor

Damals begann Karla Fohrbeck, für eine Reihe erfolgreicher regionaler Kulturentwicklungsprojekte verantwortlich, mit der Verwirklichung einer Vision, denn: "Dieser Abschnitt war ein erster Versuch, unsere Auenlandschaft als eine Besonderheit ins Bewusstsein zu bringen, weil wir hier nicht Fränkische Schweiz, nicht Frankenwald und nicht Fichtelgebirge sind."

Jetzt hat Eva Rundholz, Regionalmanagerin bei der Stadt Bayreuth ,, den gesamten Flusslauf als Identitätsfaktor im Blick - und zwar touristisch, ökologisch und historisch. Adriane Lochner arbeitet derzeit die Geschichte der vielen Mühlen zwischen Creußen und Bayreuth auf, Hermann Müller hat die zur Frischenmühle beigesteuert. Wege, Rundwege, thematische Stelen, Mühlentage und Planungsstand - all das gibt auf der attraktiven Webseite www.rotmainauenweg.de zu entdecken. Die Koordination aller Anschlussetappen liegt sowohl finanzpolitisch als auch organisatorisch bei Eva Rundholz, die aber von Karla Fohrbeck weiterhin beratend unterstützt wird.

Das ehrgeizige Regionalprojekt, das durch den Freistaat gefördert wird, geht jetzt in die Schlussphase. Die beiden Frauen sind vor allem davon begeistert, dass alle Bürgermeister der anliegenden Kommunen und viele Gruppen und Experten mit im Boot sind und an einem Strang ziehen. Karla Fohrbeck: "Vor allem die Gemeinde Heinersreuth mit Bürgermeisterin Simone Kirschner engagiert sich hier sehr."

60 Stelen werden aufgebaut

Bei der ersten Etappe wurden über 60 thematische Stelen layoutet und an Ort und Stelle montiert. Weitere Stelen kommen noch hinzu,.

Die Mühlentage mussten zuletzt coronabedingt ausfallen. Die sollen aber ab dem kommenden Jahr wieder zu einer festen Einrichtung werden - wie in ganz Europa immer am Pfingstmontag.