Simone Bastian

"Kost fei nix!": Das steht unübersehbar orange auf schwarz auf den Plakaten. Darüber drei Terminblöcke: 30. Juli bis 1. August am Herzog-Alfred-Brunnen im Hofgarten, am 21. und 22. August im Rosengarten und vom 27. bis 29. August auf dem Sportplatz des TV 1848. Dreimal geht es um "COltur": Veranstaltungen mit Künstlern aus der Region, und alle mit freiem Eintritt.

Nach dem Corona-Lockdown will auch der Bund das kulturelle Leben wieder anschieben ("Neustart Kultur"). Das Förderprogramm wurde im Frühjahr aufgelegt, die Coburger Bewerbung "war sportlich", sagt die Coburger Kulturbeauftragte Antoinetta Bafas. Denn nach einem Treffen am 19. April, bei dem die Beteiligten die Bewerbung diskutierten, blieben nurnoch drei Tage, um das Konzept auch einzureichen. Horst Graf, Chef von Coburg Marketing, übernahm die Kostenschätzungen, Kerstin Lindenlaub, Leiterin des Kulturbüros, schrieb das inhaltliche Konzept. Der Erfolg: 100 000 Euro Zuschuss.

Insgesamt hat Coburg Marketing nun sogar 142 000 Euro zur Verfügung, weil auch die Sparkasse Coburg-Lichtenfels in ihrem Jubiläumsjahr noch etwas draufgelegt hat. 80 Prozent der Kosten seien mit Zuschuss und Spende gedeckt, frohlockt Horst Graf. Ein großer Teil der Ausgaben fließt an die Künstler: 65 000 Euro seien für Gagen vorgesehen, sagt Michael Selzer, der sich um das Organisatorische bei "COltur" kümmert.

Wenn es schon um Zahlen geht: Nur 117 Orte überhaupt werden bundesweit über "Neustart Kultur" gefördert, in Bayern sind es insgesamt 17 Städte und Landkreise, in Franken sind außer Coburg noch Aschaffenburg, Bamberg, Erlangen und Nürnberg dabei. Bedingung war, dass ein völlig neues Festivalkonzept aufgelegt wird; bestehende Veranstaltungsreihen werden nicht gefördert. Außerdem gehört zu den Bedingungen, dass bei Besuchern und Künstlern abgefragt wird, wie sie die Veranstaltungen empfanden, sagt Kerstin Lindenlaub.

Auftakt im Hofgarten

Allein von den Zahlen her klingt das Coburger Programm schon beeindruckend: Drei Wochenenden, drei Orte, insgesamt rund 250 Mitwirkende. Das Spektrum sei groß, betont Antoinetta Bafas, die das erste Wochenende konzipiert hat: Eröffnet wird jeder der drei Abende am Herzog-Alfred-Brunnen im Hofgarten mit einer literarischen Stunde (mit Coburger Autoren), danach folgen zwei musikalische Auftritte. Bafas' eigener Chor "Unerhört" wird zu hören sein, gefolgt vom Musikverein Beiersdorf. Junge Talente der Musikschule Coburg haben ihren Auftritt nach der Grundschule Neuses, die ihr Waldmusical aufführt. Bossa Nova, Alternative Rock, ernste Songs und Popmusik machen den Mix komplett.

Dort wie auch bei der Spielstätte Rosengarten nutzt das Festival Bühnen, die gerade ohnehin dort stehen. Im Hofgarten ist die Theaterbühne mit Zuschauertribüne aufgebaut. Nachteil hier, wenn man es so sehen will: Weil die Karten kostenlos sind und es keine Anmeldungen gibt, gilt das Windhundprinzip. Etwa 250 Sitzplätze stehen auf der Tribüne zur Verfügung, schätzt Selzer - aber man könne die Musik ja auch auf der Hofgartenwiese hören und sich eine Decke mitbringen ...

Einfacher dürfte es im Rosengarten und auf dem Sportgelände des TV 1848 werden: Dort wird zwar auch bestuhlt, aber es ist genug Platz auf den Rasenflächen, so dass im Rosengarten durchaus bis zu 700 Zuschauer möglich sein dürften und beim TV 1848 um die 1500.

Doch es gibt nicht nur gesprochenes Wort und Musik: Die Gruppen der Tanzschulen treten bereits am Sonntag, 25. Juli, auf der Terrasse des Kongresshauses auf, rechtzeitig vor den Ferien. Wer will, kann bei "COltur" auch bildende Kunst erleben: Gabriele Graßmück bietet am Mittwoch, 11. August, im Kleinen Rosengarten Aquarellmalen an. Im Herbst hat das Festival noch ein Nachspiel: Die "Stadtmacher" organisieren "Musik an versteckten Orten" in der Innenstadt.