Infrastrukturprojekte kamen in der Gemeinderatssitzung Dormitz zur Sprache: ein möglicher Solarpark und die Zukunft des Gewerbegebiets Langenau.

2003 hat die Gemeinde per Satzungsbeschluss aus kreditfinanzierten Grundstücken den Bebauungsplan "Gewerbegebiet Langenau" mit einer Fläche von 4,5 Hektar erlassen. Dormitzer Gewerbebetriebe haben sich auf einer Teilfläche angesiedelt. Ein Anwohner aus der Erleinhofer Straße hatte gegen den Bebauungsplan Klage erhoben, der darauf 2006 für nichtig erklärt wurde. Seitdem besteht kein Baurecht mehr.

Begründet wurde das Urteil damit, dass die Gemeinde sich unzureichend über abwägungsrelevante Belange Gedanken gemacht und keine rechtssichere Abwägung über diese Belange im Gemeinderat stattgefunden habe. Die Gemeinde habe damals die Grundlagen unzureichend ermittelt, da der ehemalige Gemeinderat unreflektiert von einer zeitnahen Verwirklichung einer Umgehungsstraße ausging, welche die Lärmproblematik durch eine Zufahrt für Anwohner der Erleinhofer Straße beseitigen sollte.

Planungsbüros angeschrieben

Mittelfristig scheine es geboten, sich über die Entwicklung des Gewerbegebiets Gedanken zu machen, um ruhendes Kapital zu aktivieren, erklärte Bürgermeister Holger Bezold (FW). Dazu gibt es die Möglichkeit einer neuen Bauleitplanung. Hierzu hat die Verwaltung mehrere Planungsbüros gebeten, Angebote abzugeben.

Aufgrund der Größe des Gebiets belaufen sich die Kosten für eine saubere Neuplanung auf rund 50 000 Euro. Gegebenenfalls können mit Ausweisung eines Mischgebiets anstelle eines Gewerbegebiets Verkehrsprobleme vermindert und die Bewohner in der Erleinhofer Straße vom Verkehr entlastet werden. Da in der Diskussion keine grundlegenden Ergebnisse vorgebracht wurden, vertagten die Räte das Thema und werden dies in einer Sondersitzung weiterbehandeln.

Solaranlage auf drei Hektar?

Am Weiherer Berg oberhalb der Breslauer Straße in Dormitz beabsichtigt das Unternehmen Greenovative, eine Photovoltaikfreiflächenanlage auf einer Gesamtgrundstücksfläche von rund drei Hektar zu errichten. Bernd Fuchs und Corinna Vogt stellten dem Gremium eine Projektskizze für die geplante Solaranlage vor. Die Fläche liege in einem benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiet und sei EEG-vergütungsfähig (Erneuerbare-Energie-Gesetz ), erklärte Corinna Vogt. Nordwestlich sowie östlich sei für Sichtschutz die Pflanzung von weiteren Hecken möglich. Beim Blick nach Süden wird ein Blendgutachten zwecks Blendwirkung der Module im weiteren Standardverfahren erstellt. Die dortigen Bodendenkmäler müssen im weiteren Verfahren überprüft werden. Sollten sie nicht überbaut werden dürfen, könnte diese Fläche als Ausgleichsfläche verwendet werden - als "Synergie zwischen Natur und Denkmalschutz". Die Ausgleichsfläche darf nicht umzäunt werden und bedarf besonderer Bepflanzung zur Steigerung der Artenvielfalt. Die genauen Vorgaben werden durch die Untere Naturschutzbehörde festgelegt.

Stromertrag 2,2 Megawatt

Die Anlage wird einen Stromertrag von circa 2,2 Megawatt haben und könnte 643 Haushalte mit Strom versorgen. Um einen solchen Solarpark im Außenbereich erstellen zu dürfen und die Einspeisevergütung zu erhalten, sei laut Fuchs ein rechtskräftiger Bebauungsbeschluss notwendig. "Wir produzieren heute in einer PV-Freilandanlage den Strom günstiger als in einem gleichzeitig gebauten Kohle- oder Erdgaskraftwerk", sagte der Experte. Das Gremium wird sich in den nächsten Sitzungen weiter damit befassen.