"Wir möchten so gerne für unser treues Publikum wieder Theater spielen, aber die aktuelle Situation lässt es einfach nicht zu", gab Vorsitzender Siegfried Küspert am Wochenende zu Protokoll. Das war gleichbedeutend mit der Absage der kompletten Theatersaison 2021 auf dem Wehlitzer Berg.

Bereits Anfang April musste der Vorstand der Naturbühne Trebgast schweren Herzens bekanntgeben, nach 2020 auch bereits drei der für 2021 geplanten vier Theaterstücke abzusagen (wir berichteten). Zwar waren der Kulissenbau und auch die Beschaffung der meisten Kostüme für die vorgesehenen Aufführungen bereits abgeschlossen. Aber die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie ließen keine Probentermine und weitere Vorbereitungen zu.

Aufwand einfach zu hoch

Auch die vage Hoffnung, das Volksstück "Nicht öffentlich" vielleicht doch spielen zu können, hat sich nach realistischer Beurteilung der derzeitigen Lage nicht erfüllt. Obwohl die Infektionszahlen überall in der Region zurückgehen und jeder nach Lockerungen schreit, mussten die Verantwortlichen anerkennen, dass die noch verbleibende Probenzeit zu kurz und der organisatorische Aufwand zu hoch sind.

"Unter Berücksichtigung der Abstandsregeln dürften wir vor höchstens 150 Zuschauen spielen. Wenn man berücksichtigt, dass Ehepaare zusammensitzen können, würde sich die Zahl auf vielleicht 200 bis 250 erhöhen", rechnet Siegfried Küspert vor. Aber: "Nach den strengen Hygieneauflagen müssen wir jede Person, die reinkommt, mit Namen, Telefonnummer, E-Mail und Sitzplatz registrieren. Das ist nach derzeitigem Stand einfach nicht zu schaffen."

Vorstand und Verwaltungsrat betonten, dass sie sich bei ihrer Entscheidung der kulturellen Verantwortung des Vereins, aber auch der Verantwortung den Besuchern und letztlich auch den Aktiven gegenüber bewusst sind. "Wir werden uns jetzt voll darauf konzentrieren, 2022 eine ordentliche Saison anbieten zu können", war der einstimmige Tenor.

Hoffnung gibt es noch für drei geplante Gastspiele (3. Juli Max Uthoff, 4. Juli "Waldschrat" und 25. Juli Helmut Schleich) - immer unter der Voraussetzung, dass es die Pandemie zum jeweiligen Zeitpunkt zulässt.

Einnahmen fehlen

Dass sich die Corona-Krise nach mehr als einem Jahr auch bei der Trebgaster Bühne immer mehr auswirkt, zeigt der Vorsitzende auf: "Einerseits fehlen uns zweimal 400 000 Euro Spieleinnahmen. Auf der anderen Seite sind aber unsere jährlichen Fixkosten von 60 000 Euro geblieben", beschreibt der Vorsitzende die finanzielle Situation. Er hofft weiterhin auf entsprechende Regelungen der Politik. Während nämlich in Baden-Württemberger Amateurtheater finanzielle Hilfen erhalten, sind bayerische Bühnen bisher leer ausgegangen.

"Unsere drei Landtagsabgeordneten haben bereits versprochen, uns zu unterstützen", so der Vorsitzende.