Dimensionen des Reichsparteitagsgeländes beeindrucken noch heute

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Die Herzogenauracher im Innenhof der Kongresshalle Foto: Lochmiller
Die Herzogenauracher im Innenhof der Kongresshalle Foto: Lochmiller

Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach ließ sich bei seinem jüngsten Ausflug große Teile des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg ...

Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach ließ sich bei seinem jüngsten Ausflug große Teile des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg zeigen und fachkundig erläutern.
Die Reichsparteitage der Nationalsozialisten fanden 1933-1938 jeweils Anfang September eine gute Woche lang in Nürnberg statt. Auf ihnen fanden keine Wahlen und Parteitagsbeschlüsse wie heute üblich statt. Sie dienten einzig der Demonstration der Macht der Partei. Bis zu eine Million Menschen kamen in dieser Zeit nach Nürnberg. Dieser gigantische Massenkult ist auch heute an den noch vorhandenen Bauwerken spürbar, heißt es im Pressebericht des Männerforums.
Der zweistündige Rundgang führte von der Kongresshalle über die Große Straße zum Zeppelinfeld. Die Kongresshalle ist der größte nationalsozialistischen Monumentalbau Deutschlands. 1#googleAds#100x100 Sie hätte noch zwei Stockwerke und 30 Meter höher werden sollen. Doch mit Kriegsbeginn stoppten alle Bauarbeiten auf dem Reichsparteitagsgelände.
Über der Halle war ein freitragendes Dach geplant mit Lichteinfall. Wie die Außenfassade sollte auch der Backstein im Innenraum mit Granit verkleidet werden. Bis zu 8000 Arbeiter waren zeitweise am Bau beteiligt.
Die riesige Halle sollte nur an einem Tag im Jahr genutzt werden. Hier sollten 50 000 Parteimitglieder der Partei und dem Führer huldigen. Nach dem Krieg wurde über die Nutzung gestritten. Die Vorschläge reichten über ein Fußballstadion und ein Schwimmbad bis zum Einkaufsparadies. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und beherbergt in Seitenflügeln das Dokumentationszentrum und Probenräume für die Nürnberger Symphoniker.
Die Große Straße war als zentrale Achse die 60 Meter breite Aufmarschstraße. Sie ist ausgerichtet zur Nürnberger Burg und knüpft damit an alte deutsche Reichstage an. Auf dem Zeppelinfeld fanden Veranstaltungen der Reichswehr mit Truppenschauen statt. Dominierendes Gebäude ist auch heute noch die Haupttribüne, die Zeppelintribüne. Sie war dem Pergamonaltar nachempfunden. Die Pfeilergalerien der Tribüne wurden 1967 wegen Baufälligkeit abgebrochen. Der Verfall schreitet voran. red