Über 40 hochrangige Persönlichkeiten aus ganz Oberfranken hatten am 12. Mai 2017 im Landratsamt Kulmbach diese Interessengemeinschaft gegründet. Initiator waren die Planungsverbände Oberfranken-Ost und West, an deren Spitze die Landräte Johann Kalb (Bamberg), Klaus Peter Söllner (Kulmbach) sowie der Oberbürgermeister der Stadt Hof, Harald Fichtner, stehen. Landrat Klaus Peter Söllner zeigte sich überrascht, dass die Gründung der Interessengemeinschaft auf ein derart großes Interesse stieß: "Das war ein mächtiger Aufschlag bei uns im Landratsamt und eine tolle Geschichte mit großer Resonanz."
Wie Micheal Beck aufzeigte, ist die Oberfranken-Achse nur auf ihrer westlichen Hälfte von Bamberg beziehungsweise Coburg über Lichtenfels bis Hochstadt-Marktzeuln elektrifiziert. Weiter nach Kulmbach und Bayreuth sowie Hof fehlt der Fahrdraht. Beck: "Erforderlich ist auch ein zweites Gleis zwischen Marktschorgast und Stammbach, Neuenmarkt-Wirsberg und Schnabelwaid sowie zwischen dem Coburger Bahnhof und Güterbahnhof."
Der Ausbau der Oberfranken-Achse führt nach den Worten von Landrat Klaus Peter Söllner zu enormen Verbesserungen im regionalen Bahnverkehr zwischen den Oberzentren: "Er ist auch Voraussetzung für den Fernverkehr von Hof bis Frankfurt, für den sich Ober- und Unterfranken gemeinsam einsetzen." Auch die im Herbst in Betrieb gehende Hochgeschwindigkeitsstrecke Nürnberg-Erfurt wird durch aufgewertete Zubringerverbindungen aus dem östlichen Oberfranken vom Ausbau der Oberfranken-Achse profitieren.
Kreisrat Siegfried Decker (SPD) begrüßte diese Initiative, mit der es gelungen ist, eine gemeinsame Aktion der beiden Planungsverbände Oberfranken-Ost und West zu starten, die darüber hinaus noch von der Metropolregion Nürnberg gestärkt wird: "Es ist gelungen, endlich mit einer Stimme zu sprechen und die Kräfte zu bündeln."
Auf Zustimmung stieß auch die vorgelegte Zweckvereinbarung mit dem Landkreis Lichtenfels über die Kommunale Zusammenarbeit zur Entwicklung und Umsetzung eines Fifty-Fifty-Beförderungskonzeptes. Die beiden Landkreise haben sich darauf verständigt, dass die Basis eine gemeinsame App-Entwicklung sind wird, über die sowohl die Registrierung der Nutzer, die Prüfungs- und Abrechnungsmodalitäten mit den Verkehrsunternehmen als auch die Abrechnung mit den Landratsämtern erfolgen kann. Aktuell entwirft der Landkreis Lichtenfels ein Lastenheft zur Vorbereitung der Vergabe eines entsprechenden Dienstleistungsauftrages. Dieser Entwurf wird durch den Landkreis Kulmbach nachgesteuert und jeweils an systembedingte Gegebenheiten angepasst.
Landrat Klaus Peter Söllner verwies in diesem Zusammenhang auf einen entsprechenden Antrag der Jungen Union Kulmbach, den stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann (CSU) eingebracht hatte: "Wir sind jetzt auf einem guten Weg und haben sogar den Riesenvorteil, dass die Kosten für das Projekt im Wege der interkommunalen Zusammenarbeit möglicherweise zu 85 Prozent gefördert werden."
Dieser Förderantrag wird jetzt bei der Regierung gemeinsam gestellt und wie Michael Beck ausführte, wird durch die Zusammenarbeit und der gemeinsamen Entwicklung des Kooperationsprojektes der beiden Landkreise eine Einsparung der personellen und sachlichen Ausgaben in den kooperierenden Aufgabenbereichen von mindestens 15 Prozent pro Jahr erzielt werden.
Zur Kenntnis wurden die Ausführungen von Michael Beck zur Nahverkehrsplanung sowie die Beschlüsse der Arbeitsgruppe Nahverkehrsplan genommen. Wie Michael Beck aufzeigte, wurde ein einwohnerbezogenes Verkehrsmodell als Basis der Mobilitätsbedürfnisse des Berufs-, Schüler-, Versorgungs- und Freizeitverkehrs im Landkreis Kulmbach durch den externen Berater, Konrad Schliephake von der Uni Würzburg, erstellt. Diese Analyse dient als Basis für die Abschätzung des ÖPNV-Potenzials. Eine breite Diskussion der Ergebnisse ist für Herbst vorgesehen.