Der Journalist, Blogger und ausgewiesene Social-Media-Experte Matthias J. Lange referierte in einem gut 90-minütigen Vortrag über das Spannungsfeld, in dem sich die meisten Schüler längst wie selbstverständlich bewegen, ohne dabei die Verantwortlichkeit ihres Tuns selbst einschätzen oder absehen zu können.Viele Eltern, Lehrkräfte und Gäste fanden sich daher in der Aula der Anton-Kliegl-Mittelschule Bad Kissingen ein, um sich über das Thema Soziale Medien informieren zu lassen.


Eltern voll verantwortlich

Viele Eltern und Erziehungsberechtigte haben die Kontrolle über die Fußspuren, die ihre Kinder im Internet hinterlassen, gleichsam längst verloren oder aufgegeben. Dabei hat der Bundesgerichthof bereits grundsätzlich entschieden, dass Eltern auch dort, in diesem so wenig greifbar erscheinenden Raum, für ihre Kinder verantwortlich sind, bis diese volljährig sind.
"Wissen ist Macht, Unwissen ist Ohnmacht!" Mit diesen Worten begrüßte Rektor Harald Bötsch das Plenum und bedankte sich bei der Elternbeiratsvorsitzenden Yvonne Kiesel, die die Kontakte über die Hanns-Seidel-Stiftung zum Referenten gestellt hatte.
Während sich die Medienlandschaft dieser Tage so rasch verändert, dass viele Erwachsene kaum noch hinterherkommen, wachsen Kinder bereits in einer sich bahnbrechend rasch digitalisierenden Welt auf. "Alles, was digital vertrieben werden kann, wird digital vertrieben werden." Facebook, WhatsApp, Twitter und Co. setzen bereits seit langem auf diese Erkenntnis und profitieren gerade mit Blick auf Kinder davon, ihre Dienste kostenlos anzubieten, um im Gegenzug sowie großem Umfang deren Daten zu generieren.


Kein Kunde, sondern das Produkt

"Als Nutzer ist man nicht mehr der Kunde dieser Dienste, sondern das Produkt", klärte Lange auf, und somit avancieren Soziale Medien zunehmend zu "Marktplätzen der Massen". Weil das mobile Smartphone für Kinder und Jugendliche bereits das "Zentrum ihrer digitalen Welt" ist, kann auf eine entsprechende Vorbildfunktion der Erwachsenen nicht verzichtet werden.


"Fake-News" und seriöse Infos

"Wir brauchen Regeln" im Umgang mit dieser weltweit vernetzten Mobilität und ständigen Erreichbarkeit. Das verlangt jedoch eine sich stetig anpassende Medienkompetenz auf allen Ebenen und in allen Bereichen.
Im besonderen Maße wird es immer wichtiger, "Fake-News" von seriösen Informationen zu unterscheiden und sich davor zu schützen, für alle möglichen "kostenlosen digitalen Dienste" seine personenbezogenen Daten preis zu geben. Diese Dienste sind nur vordergründig kostenlos. Wir alle "bezahlen" mit unseren preisgegebenen Daten - und die sind in der heutigen digitalen Welt sehr viel Geld wert. Nur so ist zu erklären, warum "Google" den SMS-Dienst "Whats App" für 18 Milliarden US-Dollar aufkaufte, obwohl die Nutzer doch für die WhatsApp-Nutzung gar nichts bezahlen müssen.
Der als sehr informativ und gewinnbringend gelobte Vortrag, der im Rahmen des Kesch-Projektes (Kooperation zwischen Elternhaus und Schule) der Mittelschule organisiert wurde, lässt auf weitere Veranstaltungen dieser Art hoffen.


Cybermobbing

Lange refererierte auch vor 180 Schülern der 5. bis 7. Jahrgangsstufe über die gleiche Thematik und wies vor allem auf die Gefahren des neuerdings immer häufiger auftretenden Cybermobbings hin. In allen Klassen der Jahrgangsstufen 8 bis 10 informierte Kriminaloberkommissar Roland Schmied darüber hinaus vor allem über die strafrechtliche Relevanz des Cybermobbings und der Verletzung der Persönlichkeitsrechte beim Veröffentlichen von Bildern und Videos im Internet. In den nächsten Wochen wird diese Thematik noch einmal in allen Klassen der 5. bis 7. Jahrgangsstufen aufgearbeitet. red