Die Corona-Beschränkungen stecken den Kulmbachern noch in den Knochen. Aus diesem Grund sind die Kurse der 12. Sommerkunstwochen bei weitem noch nicht ausgebucht. "Im Mai und Juni haben wir noch Plätze frei, die Leute zögern sich anzumelden", sagt die Initiatorin Jutta Lange und möchte alle Kunstsinnigen ermutigen, nach dem Lockdown wieder aktiv zu leben. Testpflicht für die Workshopteilnehmer bestehe nicht. Auch auf Masken könne verzichtet werden, so Lange.

Zur offiziellen Eröffnung lud Jutta Lange Vertreter aus Politik und öffentlichem Leben sowie die Sponsoren zum Bildhauer-Workshop auf den Hof der Oberen Schule ein. Der Kurs wurde eigens vorverlegt, weil es im vergangenen Jahr fast zu heiß war: Bei Temperaturen von mehr als 30 Grad fiel das Arbeiten schwer.

Außerdem gibt es einen neuen Veranstaltungsort: den Hof der Oberen Schule. Für die Teilnehmer und auch für Dozent Lorenz Beutner ist die Anfahrt bequem möglich. Denn Sandstein und Lindenholz können problemlos an den Bearbeitungsort gebracht werden. Wegen des schlechten Wetters wurde ein Pavillon im Schulhof aufgebaut. "Und beim Arbeiten wird einem sowieso warm", so Jutta Lange.

Ex-Bürgermeister dabei

Vier Teilnehmer haben sich für den Workshop Bildhauen angemeldet. Unter Anleitung des Künstlers wollen sie ganz persönliche Werke schaffen. Prominentester Teilnehmer ist Werner Diersch, Ex-Bürgermeister aus Trebgast. "Ich habe jetzt Zeit, um so etwas zu machen. Das Wetter macht mir nichts aus", sagt er und freut sich auf die Arbeit.

Eine konkrete Vorstellung hat er noch nicht. "Aber es soll schon etwas Gegenständliches sein", sagt Diersch. Schon die erste Entscheidung fiel ihm alles andere als leicht: Möchte er Stein oder Holz bearbeiten? Auch bei dieser Gretchenfrage lässt sich Diersch gerne beraten.

"Erst wenn ich weiß, wie es geht, entwickelt sich die Freude am Gestalten", macht Initiatorin Jutta Lange allen Teilnehmern Mut.

Lydia Gottwald hat schon im vergangenen Jahr mit ihrem Kunstwerk angefangen. Sie möchte einen Engelsflügel aus Holz fertigen. "Ich hatte aber keine Zeit und auch keinen Ort, wo ich weiterarbeiten konnte", erklärt sie. Deshalb ist sie wieder dabei. Sie möchte ihr Werk vollenden. "Wenn ich mal fertig bin, soll der Flügel einen Ehrenplatz in der Wohnung bekommen", erklärt sie.

Regen verwässert Graffitis

Der erste Workshop der Sommerkunstwochen begann am Montag. Unter der Leitung von Beka Gigauri wollten die Teilnehmer Graffitis sprühen. Doch das Vorhaben musste wegen heftiger Regenfälle abgebrochen werden.

Zur Eröffnung der Sommerkunstwochen kamen Bürgermeister Ralf Hartnack, Landrat Klaus Peter Söllner, Harry Weiß und Steffen Potstada von der Sparkasse Kulmbach-Kronach, Margit Ruckdeschel und die Präsidentin des örtlichen Kiwanis Clubs, Sabine Kretschmar. Hartnack betonte, dass viele Teilnehmer erstaunliche Fähigkeiten und Fertigkeiten an den Tag legen würden. "Die Sommerkunstwochen sind eine Bereicherung für die Stadt und den Landkreis", sagte er. Landrat Klaus Peter Söllner hoffte, dass die schlimmste Zeit der Pandemie überwunden ist. "Jeder sehnt sich nach Normalisierung. Wir werden es schaffen. Insgesamt haben wir uns tapfer geschlagen", betonte er.

Margit Ruckdeschel legte Wert darauf, den Leuten zu danken, die die Impfungen durchführen und die Tests abnehmen. Denn sie leisteten einen wichtigen Beitrag zur Rückkehr zur Normalität.

Hier anmelden

Kurzentschlossene, die noch Lust haben, an den Workshops der Sommerkunstwochen teilzunehmen, können sich bei Hermann Müller von der Kulturverwaltung der Stadt Kulmbach unter Telefon 09221/940-262 oder bei Jutta Lange unter Telefon 09221/74949 anmelden.