"Gewisse Jugendliche zerstören ihre eigenen Möglichkeiten. Das Jugendgremium der Stadt wird darüber beraten, wie es am Skaterplatz weitergehen soll. Eines ist klar: Ewig wird unser Bauhof nicht hinterherräumen." In den sozialen Medien hatte Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) schon einmal einen Frust geäußert. Das war 2014. Damals - über Ostern - war auf dem Platz offensichtlich richtig Party gemacht worden - mit einem großen Feuer, das sogar den Asphaltbelag beschädigte. Den Asphalt, auf dem die Skater ja eigentlich skaten wollten.

Die damaligen Skater sind inzwischen älter geworden und haben andere Interessen. Eine neue Generation kurvt inzwischen auf dem Gelände. Für sie ist der Skaterplatz neu gestaltet worden. Anstelle der Holzhütte bietet ein ehemaliges Buswartehäuschen aus Beton Unterschlupf, für Skater und Mountainbiker sind Hindernisse und Abfahrten aufgestellt.

Überwachungskamera verschwunden

Nach wie vor gibt es aber Klagen über heimliche Gelage und die Hinterlassenschaften auf dem Platz. Das Häuschen, in einer nachmittäglichen Aktion des Jugendparlaments bunt bemalt, war schon am nächsten Tag beschmiert und dergleichen mehr. Anzeigen gegen Unbekannt blieben erfolglos; eine extra installierte Überwachungskamera verschwand binnen kurzer Zeit.

Die Polizei sah ab und zu nach dem Rechten, was allerdings ziemlich schwierig ist, denn ein heimliches Anpirschen der Ordnungshüter funktioniert nicht. Ein herannahender Streifenwagen ist bereits von Weitem zu sehen. Bis die Beamten am Platz angekommen sind, haben die jungen Leute bereits das Weite gesucht. Bei einer "Razzia" vor einigen Tagen trafen die Beamten mehrere Jugendliche an, wegen der Verstöße gegen die Corona-Schutzbestimmungen laufen die Ermittlungen.

Im Grunde hat sich aber nichts geändert. Jonas Gleich (CSU), seinerzeit Vorsitzender des Jugendparlaments und mittlerweile Zweiter Bürgermeister, klagte deshalb in der Stadtratssitzung am Montagabend darüber, dass "das Drecksloch" seit Jahren Ärger mache. "Wir wollen gegenüber einen neuen Kindergarten bauen. Es muss deshalb etwas geschehen. Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Die lernen's einfach nicht." Von seinem Fraktionskollegen Lars Leuthäußer kam Unterstützung: "Man kann das so nicht lassen." Marcel Ott (FW) regte an, neben der Polizei auch die anständigen Jugendlichen zu sensibilisieren und den Platz gegebenenfalls sogar nachts zu schließen.

Flutlicht und hohe Strafen

Jugendsprecherin Lena Badstieber (SPD) schlug vor, "Flutlicht in das dunkle Eck" zu installieren. Eine Beleuchtung hielt auch Martin Baumgärtner (FW) für nötig und schlug die Installation einer diesmal diebstahlsicher und verborgenen Überwachungskamera vor, "um die Vollpfosten herauszufiltern". Vielleicht könne man den Betroffenen drohende Strafen aufzeigen; in jedem Fall müsse man sie ansprechen. Eine solche oder ähnliche "Dreiecksüberwachung" schwebte auch Karin Witzgall (SPD) vor; in jedem Fall eine Beleuchtung des Platzes. Parallel plane die Stadt weitere Erholungs- und Spielmöglichkeiten. So solle der Stadtpark für eine ordentliche Stange Geld attraktiver gemacht werden. Die neuen Geräte, so die Befürchtung, könnten ebenfalls Ziele von Vandalismus werden, ebenso der neue Soccercourt auf dem Schulgelände.

Manuel Steinl (CSU) wies darauf hin, bei der Planung des neuen Stadtparks auf eine entsprechende Beleuchtung Wert zu legen.

Für Wolfgang Martin (BLS) sind alle diese Vorschläge zwar richtig. Er zweifelte allerdings, ob man die Plätze tatsächlich effektiv überwachen kann. Realistisch sei eher die Frage: "Wie weit wollen wir was zulassen? Siehe Hooligans in den Fußballstadien." In diesem Sinn ist der Stadtsteinacher Rat nach wie vor ratlos.