Eine weitere Sitzung des Ferienausschusses musste sich mit den finanziellen Corona-Auswirkungen auf die Stadt beschäftigen. Etwa wurde die Zukunft des evangelischen Kindergartens thematisiert. Nach über 30 Jahren muss er generalüberholt werden. Der Sanierungsaufwand war im Winter auf knapp 180 000 Euro beziffert worden. Minimal werden 80 000 Euro benötigt. Schon damals war im Gespräch, der Kindergarten könne nach dem Bau eines neuen Schulgebäudes in das alte an der Merzbacher Straße ziehen, also unweit seines bisherigen Standorts. Ob dies machbar ist, wird noh von Fachleuten geprüft. Ein Umzug löst auch das Problem, dass für das geförderte Schulgebäude eine öffentliche Nutzung notwendig ist, um nicht die Gelder zurückzuzahlen zu müssen. Alternativ steht auch ein Neubau im Raum. Dazu müsste aber ein angrenzendes Grundstück zu erwerben sein. Geschäftsleiter Klaus Hutzler wies auf das Problem einer Auslagerung bei einer Generalsanierung hin. Trotz möglicher äußerst schwieriger Grundstücksverhandlungen könnte ein Neubau schneller durchgeführt werden, als ein Umzug ins Schulhaus.

Der Ferienausschuss beschloss einstimmig eine Machbarkeitsstudie. Für eine Interimssanierung soll ein städtischer Zuschuss fließen.

Im Mai, so teilte Sitzungleiterin Eva Ehrhardt-Odörfer (SPD) in diesem Zusammenhang mit, müsse sich das Gremium mit einem Zuschussantrag der katholischen Filialgemeinde St. Marien Hagenau befassen. Sie beabsichtigt, neben den Kindergarten einen Mehrzweckhalle zu bauen. Kosten: 700 000 Euro. Die Halle soll beispielsweise für kirchliche Veranstaltungen genutzt werden; die finden bislang in den Räumen der Feuerwehr statt.

Finanziell aus dem Ruder läuft der Neubau des Feuerwehrhauses in Wellerstadt. Begonnen wurde die Maßnahme auf der Basis der Kostenschätzung eines Kronacher Architekten, der 395 000 Euro dafür ansetzte - ohne die große Eigenleistung der Wehr. Ein Fachgutachten errechnete für die technische Grundausstattung einen Mehrbedarf von fast 200 000 Euro.

Hohe Kosten werfen Fragen auf

Jan Voit von den Freien Wählern regte an, die Erhöhungen im Finanzausschuss genau zu hinterfragen. Alois Ritter (CSU), selbst ein Feuerwehrmann, störte sich daran, dass der erste Planer technische Notwendigkeiten nicht gesehen hat. Die stellvertretende Bürgermeisterin mahnte an, "zukünftig mit Kostenschätzungen kritischer umzugehen". Man war sich einig, dass sich Arbeiten ohne Fachplaner rächen könnte, weshalb man beim Kindergartenneubau in Igelsdorf diese von vorne herein eingebunden habe.

Die Erneuerung der Hauptstraße löste am Haus Nummer 10, einem rund 300 Jahre alten Bau, ein Problem aus. Wie vereinbart, wurde eine jüngere Treppe abgebrochen, die auf städtischem Grund lag. Dabei stellte sich heraus, dass das historische Gebäude so gut wie kein Fundament hat. Da das künftige Straßenniveau unter dem bisherigen liegt, würde die Vorderfront mehr oder weniger in der Luft schweben, wenn sie nicht aufwendig unterfangen würde. Das hat niemand so erwartet, denn gerade alte Bausubstanz liegt meist tiefer, weil im Laufe der Zeit die Straßenflächen aufgefüllt werden.

Die Stadt beauftragt nun das Bauunternehmen für die Hauptstraße, für 43 000 Euro das Fundament zu unterfangen. Dabei war den Entscheidenden bewusst, dass es Folgeschäden an der Fassade geben könne.

Neben dem Aldi-Markt am Kreubach wird eine Lagerhalle mit Büros für Umzugsunternehmen entstehen. Der Stadtrat hatte die ersten Pläne abgelehnt und stimmte jetzt der veränderten Bauvoranfrage zu.