"G'schichtla und Gedichtla vom Schmidt's Hermann", gehören schon seit Jahren zum "Albert", dem Rödentaler Stadtmagazin. In jeder zweiten Ausgabe findet sich einer seiner Texte in Mundart. Was sonst? Genau dafür ist der Schmidt's Hermann bekannt. Eine Reihe von Büchlein hat er schon herausgebracht. "Die sind alle weg", sagt er dazu. Sein neuestes ist noch zu bekommen - und es ist ein besonderes.

Vor zweieinhalb Jahren kam ihm die Idee mit dem "Albert". Er bot der Stadt als Herausgeber des Stadtmagazins seine Beiträge an. "Die waren ganz angetan und jetzt liefer' ich daher schon seitdem regelmäßig Beiträge", sagt Hermann Schmidt. Dass er immer wieder von Leuten angesprochen wird, die ihm sagen, dass sie schon auf die nächste Ausgabe warten, in der etwas von ihm zu lesen ist, das freut den "Schmidt's Hermann" natürlich. In jeder zweiten Ausgabe des Heftes dürfen die Leser etwas erwarten, das ihm zwischenzeitlich eingefallen ist.

"Es ist nicht immer leicht", sagt der Autor. Gerade für ein Gedicht müsse halt immer eine richtige Idee kommen. Oft ist es erst nur so eine Idee, die er schnell notiert. Dann wird so nach und nach etwas daraus gemacht - und die nächste Ausgabe vom Albert ist gesichert.

Was ihm so eingefallen ist, in all den Jahren, das hat Hermann Schmidt jetzt in einem neuen Band zusammengefasst. Der sieht in seiner Erscheinung dem "Albert" recht ähnlich. Dafür gibt es in "Su war's früher! G'schichtla un Gedichtla vom Schmidt's Hermann mit Fotografien von Werner Koch" nur das - und keine Bekanntmachungen der Stadt.

Wer mit den Leuten spricht...

Stoff findet Hermann Schmidt auch immer wieder im Kontakt mit den Menschen. "Kommunikation ist das Wichtigste, gerade im Alter", sagt der heute über 70 -Jährige. Gern kommuniziert er im Wirtshaus - und bedauert, dass es davon immer weniger gibt. Denn: "Im glennstn Wertshaus is es schönne wie in der grössten Fabrik", sagt eine seiner Weisheiten. In seinen Gedichten und Texten geht es oft um Anekdoten, die seit Generationen an den Wirtshaustischen erzählt werden. So wie die Geschichte von einer Kuh, die zum Kirchweihtanz auf den Tanzboden der Wirtschaft in Fornbach geführt wurde: "An are Kerwa hamm sa die Kuh dann nein Saal - sie hot geglotzt wie a gschrandete Waal", heißt es im "Gedichtla" dazu.

Wenn er über die Dörfer schreibt, die heute Stadtteile von Rödental sind, dann finden sich neben seinen Geschichten oft kleine Informationen zur Geschichte der Orte. Da kommt der Heimatpfleger durch, der Hermann Schmidt 40 Jahre lang für Mönchröden gewesen ist. Es gibt alte Fotos oder Gemälde zu sehen, die er immer wieder im Gespräch mit den Leuten auftreibt.

Viele Fotos

Daneben gibt es ganz aktuelle Fotos, die sein Freund Werner Koch beigesteuert hat, der sich auch um das Layout und die Bildbearbeitung für den Band bemüht hat.

Das mit den "G'schichtla" ist ihm nicht spät erst eingefallen. Schon als kleiner Junge ließ er sich von der Oma nicht zweimal bitten, ihr etwas zu erzählen. "Die hot des aa ölles gegläbbt", sagt er heute in schönster Mundart. Aber vielleicht hat die Oma auch nur so getan, als nehme sie seine Geschichten für bare Münze. Hochtrabende Stoffe interessieren den Schmidt's Hermann nicht. Seine Welt ist die Heimat und ihre Sprache. "In der Realschule damals in Coburg, da wollten die Lehrer nichts von Mundart wissen", sagt er und findet es schade, dass heute junge Leute den hiesigen Dialekt, das Itzgründische, immer weniger beherrschten. Um die Mundart zu pflegen, hielt er immer wieder Vorträge im Heimatverein - und schreibt eben auch seine Büchlein. Büchlein über das Leben in "Rüedn" und drum herum. Warum? "Ich bin ein Mann aus dem Volk. Meine Mutter war eine Müllerstochter und Mein Vater ein Bäckermeister", sagt er. Und für dieses Volk schreibt er, in Ruhe, wie er sagt. Ohne Zeitdruck, wenn ihm gerade etwas einfällt - weil es ihm Spaß macht. Und Spaß macht das Lesen seiner "G'schichtla und Gedichtla" auch - vor allem, wenn einer hier seine Heimat hat - so wie der Schmidt's Hermann halt auch.