von unserem Mitarbeiter Andreas welz

Lichtenfels — "Pleite, Pech und Panne" heißt die Komödie von Claudia Kumpfe, die unter der Regie von Frank Ziegler am Wochenende im Schützenhaus aufgeführt wurde. Ehe sich der Vorhang hob, präsentierte die Lichtenfelser Laienspielgruppe (Lila) gleich die erste Panne: Das Programmheft war verkehrt gedruckt. Auf der Titelseite prangte das Bild vom Bürgermeister, der bei dem Boulevardstück eher eine untergeordnete Rolle spielte. Dafür glänzten die sieben Schauspielerinnen und ihre zwei männliche Kollegen mit Charme und Witz.


Chronischer Geldmangel

Die Geschichte spielt in einer Frauen-Wohngemeinschaft: Billi (Marina Büttner), Kathi (Helga Gutseel), Iffi (Karin Landzettel) und Prinzessin (Daniela Günther) leiden unter chronischem Geldmangel samt unangenehmen Folgeerscheinungen wie leerer Kühlschrank und Magenknurren. Geniale Idee zur Lösung des Problems: "He, Mädels, wir überfallen eine Bank." Umgehend wird mit der Planung begonnen. "Das A und O sind die Waffen und die Tarnung", so viel weiß jeder.
Chris (Steffen Hofmann), der schwule Freund des Quartetts, steuert wertvolle Tipps zum richtigen Outfit und Auftreten bei. Immerhin wird das Ganze auf Video aufgenommen, denn jede Bank hat eine Überwachungskamera. Dass die Aktion trotz sorgfältigster Vorbereitung schiefgeht, ist einfach nur Pech.
Zu Beginn des zweiten Akts ist die Beute futsch, dafür sitzt der Bankdirektor (Michael Blume) als Geisel gefesselt und geknebelt im WG-Wohnzimmer. Dass mit Iffis Mutter Hilde (Jutta Westphal) und deren an Alzheimer erkrankten Schwester Hedwig (Ingeborg Hartmann) samt Pflegerin Frau Semmelrogge (Diana Meyer-Erxleben) drei weitere charakterstarke Frauen ins Spiel kommen, macht die Sache nicht unbedingt einfacher, und so nimmt das Schicksal mit vielen überraschenden Wendungen seinen amüsanten Verlauf. Die Akteure machten nicht nur eine gute Figur, sondern wussten ihren Rollen auch eine eigene Prägung zu geben.
Publikumsliebling war Chris, der Paradiesvogel und Modedesigner, der immer wieder Szeneapplaus einfuhr. Auch Hilde überzeugte als lebensfrohe und weltoffene Alt-Hippie-Frau. Nicht jedermanns Geschmack war die Darstellung der verwirrten Hedwig. Die Schwerkranke im Rollstuhl passte so gar nicht in das befreiende Gelächter, vom leichten Schmunzeln bis zum Tränen hervorrufenden Lachanfall. Auch die Szene, in denen sich die räuberischen Damen ihr Outfit aussuchten, hätte von der Regie gekürzt werden können.
Allein der Lichtkegel des Verfolgers, eine Sonderform des Profilscheinwerfers, setzten die Akteure nicht unbedingt besser in Szene. Auch hätte man sich etwas mehr Lokalkolorit gewünscht. Die Nennung eines örtlichen Kreditinstituts und der Blick aus dem Bühnenfenster auf den Lichtenfelser Marktplatz reichten dafür nicht aus. Der moderne Schwank mit viel Klamauk lebte allein von der Mimik und Ausdruckstärke seiner Darsteller.