Die Finalistinnen der Wahl zur Bayerischen Bierkönigin unternahmen "online" eine Studienfahrt in den Kulmbacher Mönchshof. Unter den Bewerberinnen ist leider keine Oberfränkin mehr. Die Anwärterin aus Kulmbach, Katja Staufer (29), hatte im März ihre Kandidatur wegen der andauernden Corona-Pandemie zurückgezogen.

Im Rahmen des Online-Trainings bekamen die verbleibenden Amtsanwärterinnen erste Einblicke in das Bayerische Brauereimuseum im Kulmbacher Mönchshof. Die "Bierprinzessinnen" konnten ihr Wissen in Sachen Bier und Biersensorik im Laufe einer virtuellen Bierverkostung - mit hohem persönlichen Einsatz des Biersommeliers Martin Ständner - erweitern. Auch Teile des Brauprozesses konnten sie aufgrund moderner Technik aus der Ferne "hautnah" in der Gläsernen Brauerei des Bayerischen Brauereimuseums miterleben.

Die Kulmbacher Brauerei fördert seit Jahren die normalerweise im Mönchshof stattfindenden Schulungstage der Bierprinzessinnen. Mathias Keil, Vorstand Finanzen und Technik, schaltete sich dieses Mal zur Teams-Sitzung hinzu, um die 25 jungen Damen zu begrüßen. Lothar Ebbertz, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, der die Wahl der Bayerischen Bierkönigin seit 2009 veranstaltet, bedauerte sehr, dass die Schulung durch eine Online-Veranstaltung ersetzt werden musste: "Ich kenne keine Institution, in der das Erlernen der Braukunst, das Erfahren der besonderen Tradition und das hautnahe Erleben authentischer Bierkultur auf so engem Raum möglich ist, wie im Bayerischen Brauereimuseum in Kulmbach".

Martin Ständner führte die jungen Damen nach einem Einblick in die Bierhistorie im Rahmen einer virtuellen Bierverkostung durch die Welt der Biersensorik. Dazu gehörte auch ein Einblick in die Welt der Rohstoffe, die beim Brauen nach dem Reinheitsgebot verwendet werden. Den Brauprozess erläuterte er online und im Wechsel mit Hinweisen auf das Braugeschehen im Gläsernen Sudkessel der Gläsernen Museumsbrauerei. Dieses konnten die "Bierprinzessinnen" über den Bildschirm verfolgen. Dort braute Braumeister Sebastian Hacker "vor den Augen" der Bierprinzessinnen.

Helga Metzel, Geschäftsführerin der Museen im Kulmbacher Mönchshof, war im Nachgang zur Schulung begeistert. "Das Online-Format war ja für uns alle neu zu gestalten, hat aber nicht weniger Freude bereitet. Was über den Bildschirm hinweg besonders gut zu spüren war: der Enthusiasmus aller Beteiligten für unser Kulturgut Bier und die Brautradition."

Grußworte sprachen MdL Martin Schöffel (CSU) und Landrat Klaus Peter Söllner (FW) - auch als Vorsitzender des Bierlands Oberfranken und der Genussregion Oberfranken. MdL Inge Aures (SPD) und der Kulmbacher Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) hatten eigens eine Video-Botschaft für die Online-Schulung aufgenommen.

Vielleicht gibt es nach dem Finale ja die Möglichkeit, ein "Bierkönigin-Bier" nach besonderer Rezeptur zu brauen, blickt Biersommelière Helga Metzel in die Zukunft. Das Finale um die Krone der Bayerischen Bierkönigin findet am 20. Mai statt. Seit dem 14. April ist es im Internet unter www.bayerische-bierkönigin.de möglich, für seine Wunschkandidatin eine Stimme abzugeben. red