Im Mittelpunkt stand dann die Neufassung der Entwässerungssatzung der Gemeinde Kirchlauter und die Änderung der Beitrags- und Gebührensatzungen für die Jahre 2018 bis 2021 für die Ortsteile Kirchlauter, Pettstadt und Neubrunn, die Heinrich Schulte vom Büro Schulte/Röder in Veitshöchheim erläuterte.
Beim Ortsteil Kirchlauter spielte bei den Kosten die Ertüchtigung der Kläranlage eine besondere Rolle. 2,2 Millionen Euro wurden investiert. Dabei wird eine Nutzungsdauer von 40 Jahren für die Abschreibung zugrunde gelegt.


Millionen-Investition

Für die vorläufigen Herstellungsbeiträge werden 20,3 Prozent auf die Grundstücksflächen und 79,7 Prozent auf die Geschossflächen umgelegt. Bezugsflächen seien 280 804 Quadratmeter Grundstücksflächen und 81 837 Quadratmeter Geschossflächen, erfuhr der Gemeinderat. Der Herstellungsbeitrag zur Entwässerung belaufe sich damit künftig auf 1,45 Euro/Quadratmeter (gegenüber bisher 2,17 Euro/qm) bei den Grundstücksflächen und auf 19,51 Euro/qm (gegenüber bisher 7,25 Euro/qm) bei den Geschossflächen.
Wer im nächsten Jahr einen Wintergarten erstelle und Geschossflächen erweitere oder neu baue, werde mit diesen neuen Beträgen belastet, erklärte der Bürgermeister.
Bei den vorläufigen Verbesserungsbeiträgen für die Kläranlage in Kirchlauter stünde eine Umlage von 1 106 183 Euro zu Buche, die zu 10 Prozent auf die Grundstücksflächen und zu 90 Prozent auf die Geschossflächen verrechnet würden. Hier käme es zu einem Verbesserungsbeitrag von 0,39 Euro/Quadratmeter bei den Grundstücksflächen und 12,17 Euro/Quadratmeter bei den Geschossflächen.
Bei der Entwässerung in den Gemeindeteilen hatten sich in den letzten Jahren Fehlbeträge ergeben, weshalb die Beiträge neu berechnet wurden.
Dass man diese Berechnungen, vor allem für den Bereich Pettstadt, einfach abnicken sollte, führte bei einigen Gemeinderäten zu Diskussionen. Schulte verwies aber auch den Umstand, dass der Bürger in den letzten zehn Jahren bis zu 44 Prozent Wasser eingespart hätten. Das sei zwar ökologisch wunderbar, aber das führe auch zu einem anderen Teiler und Kubikmeterwert.
Für den Ortsteil Kirchlauter standen Gesamtkosten von 48 507 Euro zu Buche bei einer jährlichen Einleitungsmenge von 21 600 Kubikmeter. Dies ergab eine Abwassergebühr von 2,26 Euro/Kubikmeter, was eine Erhöhung von etwa einem Euro ausmacht. Im Gemeindeteil Neubrunn kam es zu Gesamtkosten von 31 876 Euro bei einer Einleitung von 23 200 Kubikmeter. Damit kam es zu einem Gebührensatz von 1,23 Euro/Kubikmeter, was eine Erhöhung um 0,12 Euro/Kubikmeter bedeutet.


Der Sonderfall Pettstadt

Am gravierendsten wirkte sich diese Neuberechnung für den Ortsteil Pettstadt aus, weil hier den Gesamtkosten von 14 183 Euro nur eine Einleitungsmenge von 3600 Kubikmetern gegenüberstand. Dies hätte einen Gebührensatz von 3,94 Euro/Kubikmeter und damit eine Erhöhung von 1,10 Euro/Kubikmeter bedeutet. Abzüglich des Anteils des Kostendefizits aus den Jahren 2014 bis 17 setzte der Gemeinderat allerdings die Gebühr auf 2,84 Euro/cbm fest. Alle diese Gebührenänderungen wurden bei einer Gegenstimme beschlossen. gg