Dietfried Fösel wird demnächst 79 Jahre alt. Stundenlang kann der Träger des Bundesverdienstkreuzes davon erzählen, was er in den Jahrzehnten als Fußballfunktionär, Vorsitzender des ASV Gaustadt, Vorsitzender des Kreissportgerichts oder Mitglied des 1. FC Nürnberg erlebt hat. Seit 60 Jahren ist Fösel freier Mitarbeiter des Fränkischen Tags. Sein Kürzel "df" im Sportteil wie im Lokalen ist ein Markenzeichen.

Wenige Worte verliert der gläubige Katholik darüber, dass er regelmäßiger Kirchgänger ist. Fösel spricht mit den Geistlichen, das ist für ihn selbstverständlich. Gottvertrauen ist das, was ihn leitet. Er übersetzt es ins Weltliche: "Immer positiv denken und jeden Tag frohen Herzens genießen." Dieses Lebensmotto hat ihn auch schon so manchen gesundheitlichen Rückschlag überstehen lassen.

Als der langjährige, 34-fach geehrte Funktionär des Bayerischen Fußballverbandes (BFV) und Sportgerichtsehrenvorsitzende Anfang 1959 unserer Zeitung erstmals seine damals mit der Schreibmaschine angefertigten oder per Telefon übermittelten Presseberichte ablieferte, war der unvergessene Hannes Wiesneth ("wiha") sein Ansprechpartner beim FT. Fösel belieferte den FT viele Jahre in den Ausgaben A (Bamberg) und D (Lichtenfels) mit unzähligen Vorberichten von der Landesliga bis zur B-Klasse sowie Interviews mit Sportlern, Trainern sowie Vereins- und Verbandsverantwortlichen.

"Die Umstellung von Papier, Bleistift und Kugelschreiber auf Computer ist mir leichtgefallen. Ohne Internet könnte die Arbeit heute nicht mehr verrichtet werden", sagt Fösel. Die kleineren und unterklassigen Vereine liegen ihm besonders am Herzen. In den vergangenen sechs Jahrzehnten gehörten nicht nur der Fußball, sondern auch Ringen, Boxen, Judo und Kanu ebenso zu seinen journalistischen Arbeitsgebieten wie Berichte über die Steher- und Radrennen einst im Volkspark. Das schönste Erlebnis in seiner Pressetätigkeit sei die Berichterstattung von der deutschen Fußballmeisterschaft der Ortskrankenkassen in Bremerhaven 1984 gewesen. Dort holte die BSG der AOK Bamberg unerwartet den Titel.

Fösel führte mehr als 15 Jahre lang für unsere Redaktion den Ergebnisdienst der gesamten oberfränkischen Fußballjugend durch. In großen Büchern hat der ehemalige AOK-Bedienstete seine unzähligen FT-Beiträge und Bilder zu einem wohl einmaligen Nachschlagewerk ab 1959 bis heute binden lassen. Das elektronische Archiv des FT reicht bis zum Dezember 2002 zurück. 2064 Artikel finden sich bei der Namenssuche unter "Dietfried Fösel". Und in den 43 Jahren zuvor?

Manfred Schmitt (60), ebenfalls treuer und versierter FT-Mitarbeiter, war von Juli 2004 bis Juni 2006 Trainer beim ASV Gaustadt, dessen Vorsitzender Fösel bis heute ist. Schmitt ist einer derer, die Fösel sehr gut kennen. "Nach außen hin feierte Herr Fösel auf besonnene Art die Bezirksligameisterschaft 2005 und den Aufstieg des ASV in die Bezirksoberliga", blickt er zurück. "Er zitterte aber mit und genoss diesen Erfolg innerlich umso mehr." Nicht nur in Sachen Fußball sei er ein toller Gesprächspartner gewesen.

Schmitt: "Vor allem schätze ich seine Geradlinigkeit und Ehrlichkeit sowie die Treue, die er sowohl seinem ASV, dem 1. FC Nürnberg als seinem Lieblingsverein als auch dem Fränkischen Tag bis zum heutigen Tag hält. Ich kenne ihn als fleißigen, meinungsstarken und jederzeit zugänglichen Menschen mit großem Wissen." red