Auf dem Weg, ein altes Wirtshaus in Marienweiher in ein Wallfahrerzentrum umzubauen, ist die Marktgemeinde Marktleugast jetzt einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Wie Bürgermeister Franz Uome (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung bekanntgab, wurde der Kaufvertrag für das Anwesen Marienweiher 16 inzwischen unterschrieben, das Areal befinde sich damit im Eigentum der Kommune.

Die Sanierung, das wurde bei der Präsentation erster Pläne im Sommer deutlich, wird teuer, bietet aber hervorragende Perspektiven für den ganzen Ort. Über vier Millionen Euro stehen für das Projekt im Raum.

Bei der Sitzung im Bürgersaal teilte Uome weiter mit, dass das neue Tanklöschfahrzeug für die Feuerwehr Marktleugast Anfang Oktober geliefert wird. Er bedankte sich bei Kommandant Hans Kögler für dessen Einsatz. Die offizielle Einweihung werde aber wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschoben. Uome gab zudem bekannt, dass die Lieferung des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs für Mitte Oktober vorgesehen ist.

Sie dürfen bauen

Gleich drei Bauanträge konnte der Gemeinderat befürwortend weitergeben. Margit Will und Markus Gareis wollen im Höhenweg ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage errichten. Das Gleiche haben dort Christoph Sokol und Pamela Richter vor. Stefan Hanke schließlich möchte einen 67 mal 28 Meter großen Anbau an die Produktions- und Lagerhalle auf dem Grundstück Marienweiher 280 bauen.

Der Markt hatte der Autobahndirektion Nordbayern den Wunsch mitgeteilt, dass man sich freuen würde, wenn die dritte entstehende Anschlussstelle an der Autobahn bei Münchberg den Namen Marktleugast erhalten würde. Die Behörde, so der Bürgermeister, habe inzwischen mitgeteilt, dass im Verfahren hierzu alle anliegenden Kommunen angehört werden.

Die Familien Lothar und Hubert Schott aus dem Ortsteil Filshof informierten die Marktgemeinde darüber, dass ihre Trinkwassereigenversorgung aufgrund der geringen Niederschläge nicht mehr gesichert ist. Da die 1963 gebaute Zufahrtsstraße ja sowieso saniert werden müsse, schlugen sie vor, dass der Markt gleich eine Wasserleitung zum Filshof mit verlegen lässt.

Sondervereinbarung nötig

"Wir müssen bei Straßensanierungen besonnen handeln und setzen uns mit den Filshofern gerne zusammen, wie bei anderen auch", sagte Franz Uome am Montagabend.

Geschäftsstellenleiter Michael Laaber wies darauf hin, dass die Leitung etwa 1,4 Kilometer lang wäre und daher eine Sondervereinbarung erforderlich wäre.

Bürgermeister Uome gab zudem bekannt, dass die Marktgemeinde Marktleugast am 30. Juni mit 3118 Einwohnern auf dem fünften Platz im Landkreis Kulmbach lag. Das seien gegenüber dem Vorjahr fünf Personen mehr.

Keine umfangreiche Förderung

Uome erinnerte daran, dass das Projekt Marktstraße 9 (ehemalige Hofstelle) 2018 für die Förderoffensive Nordostbayern angemeldet wurde. Durch mehrheitlichen Beschluss am 25. Februar 2019 habe man das Grundstück erworben. Am 27. Juni 2019 sei der Marktgemeinderat gebeten worden, sich Gedanken über die Nachnutzung zu machen. Das Architekturbüro Wirth + Birkenbeul habe hierzu erste Pläne vorgelegt.

Die Regierung von Oberfranken, so das Gemeindeoberhaupt, habe nun aufgrund des vorgelegten Entwurfes mitgeteilt, dass lediglich die Renaturierung der abgeräumten Fläche sowie die Darstellung der Raumkante gefördert werden. "Es wird deshalb von der Verwaltung vorgeschlagen, nur den vorderen Bereich, also die Parkplätze, umzusetzen und die Restfläche im Frühjahr 2021 anzusäen", meinte Uome. Hierfür stünden 51 946 Euro zur Verfügung.

4000 Euro für Schulsozialarbeit

Mit Schreiben vom 2. Juli hatte die Geschwister-Gummi-Stiftung die Förderung der Jugendsozialarbeit für das Jahr 2021 an der Mittelschule Marktleugast beantragt. Einstimmig votierte der Gemeinderat dafür, dass sich der Markt wie schon in den Vorjahren entsprechend der Schülerzahlen von Marktleugast und Grafengehaig mit 4000 Euro an den anstehenden Personal- und Sachkosten für den Sozialpädagogen beteiligt.