Gerhard Deutschmann Ein von Ulrike Zeidler gut geschulter Chor mit etwas über 30 Stimmen ist der Kammerchor Ebern, der mit einem stimmigen Programm mehr oder weniger bekannter Abend- und Nachtlieder ein vorzügliches Konzert in der Heilig Kreuzkirche darbot, das nur noch einen besseren Besuch verdient hätte.

Dass man gerade in Coburg ein Konzert gab, war sicher auch der Tatsache zuzuschreiben, dass man unter den Chormitgliedern so manches Coburger Gesicht - vor allem aus dem Melchior-Franck-Kreis entdecken konnte. Für Atempausen des Chores sorgte der Eberner Organist Wolfgang Schneider mit französischer und deutscher Orgelmusik.

Mit einem der bekanntesten neueren Abendlieder - "Komm Trost der Welt, du stille Nacht" - von Christian Lahusen stellte sich der Chor unter der sensiblen, sorgsam gestaltenden Leitung von Ulrike Zeidler sogleich eindrucksvoll vor und bestach mit sauberer Intonation, homogenem Chorklang, deutlicher Aussprache und sorgsames Eingehen auf die Intentionen der Dirigentin.

Stimmungsvoll

So kamen immer wieder sehr kultivierter Chorklang zustande. Nach dem stimmungsvollen Satz von Knut Gramß zu "Dunkelt das Land nun" von Jens Rohwer zeigte der Chor hohe Pianokultur im anspruchsvollen "Calme des Nuits" von Camille Saint-Saens.

Drei Intermezzi an der Orgel mit überlegener Manual- und Pedaltechnik sowie farbiger Registrierung bot Wolfgang Schneider an drei Stellen, wobei Louis Vierne mit der Fantasie "Etoile du soir", Jean Langlais mit "Soleil III (soir) und Robert Schumann mit der letzten seiner sechs Fugen über den Namen Bach vertreten waren.

Ausdrucksvoll gestaltete der Kammerchor die einzelnen Strophen von "Der Mond ist aufgegangen" in Sätzen von Arno Seifert und Max Reger, in Oktettbesetzung "In der Nacht" von Max Bruch und nach Chorälen von Melchior Vulpius und Johann Hermann Schein der Frauenchor lupenrein und strahlend das Terzett "Hebe deine Augen auf" aus dem "Elias" von Mendelssohn.

Zur Nacht

Besonders eindringlich gestaltet wurde der Rest des Programms mit den Reger-Vertonungen "Nachtlied" und "Ich liege und schlafe" sowie dem wunderbaren sechsstimmigen "Abendlied" von Joseph Rheinberger. Nach anhaltendem Beifall erklang noch der andächtige Bach-Choral "Nun ruhen alle Wälder" als Zugabe.