Stadtrat und Verwaltung wollen in diesem Jahr einen großen Schritt in Sachen papierlose Sitzungen tun. Acht Tablets und sechs Notebooks standen in der Sitzung am Dienstag aufgeklappt auf dem Ratstisch, als Marc Lederer von der AKDB eine App für Handy und Tablet vorstellte, die es den Räten möglich machen soll, ihre Unterlagen nicht nur herunterzuladen und zu lesen, sondern auch mit Notizen zu versehen.
Knapp eine Viertelstunde brauchte er für die Präsentation, dann entschied der Stadtrat einstimmig "gekauft". Mit dem Haushalt wurde schon beschlossen, die Sitzungsdienst-Software der AKDB zu beschaffen, nun kommt die App "Mandatos" noch obendrauf. Die Einrichtung kostet 1500 Euro, die jährliche Wartungsgebühr 715 Euro, und die Kreisräte haben den Vorteil, dass sie die App auch für die Kreistagsunterlagen nutzen können, warb Lederer.
Er vergaß auch nicht, auf den Sonderpreis hinzuweisen, den die AKDB gerade gewähre - 15 Cent pro Einwohner und Jahr für die Wartung der App. Zur Verfügung stehen könnte sie samt der neuen Sitzungsdienst-Software schon bald, versprach der AKDB-Mann: "Bis zur Sommerpause haben Sie's!"
Mehr Diskussionszeit beanspruchte am Dienstag ein Baugesuch fürs Gebiet Lindachsteig V. Dass die Bauwerber Paul und Heike Pratsch bei der Dachneigung und dem Baufenster von den Vorgaben des Bebauungsplans abweichen wollen, macht den Ratsmitgliedern kein Kopfzerbrechen: Die Nachbarn haben nichts dagegen, und der Stadtrat habe immer schon versucht, es den Leuten weitgehend zu ermöglichen, so zu bauen, wie sie wollen, sgte Bürgermeister Martin Mittag (CSU). "Nicht alles geht. Ein Hochhaus würden wir nicht wollen." Für Diskussionen sorgt die Tatsache, dass im Baugebiet zwar an vielen Stellen acht Meter breite Grünstreifen (Hecken) vorgesehen sind, diese Vorgabe aber vielfach nicht eingehalten wird. "Warum wird's dann eingetragen?", fragte Gudrun Jöchner (Freie Wähler/Bürgerblock). Der Stadtrat genehmigte jedenfalls, dass für das geplante Haus auch ein Teil des vorgesehenen Grünstreifens genutzt werden darf.
Abwasser wird teurer: Die Jahresgebühr steigt von 70 auf 80 Euro, der Kubikmeterpreis von 1,53 auf 1,68 Euro. Neu beschlossen wurde auch die Friedhofs- und Bestattungssatzung. Sie war in der Vergangenheit schon siebenmal geändert worden, deshalb wurde sie nun grundlegend neu gefasst. Bei den Kosten ändert sich nichts; neu aufgenommen wurde lediglich die Urnenbestattung, weil es die künftig auch in Seßlach geben soll. sb