von unserer Mitarbeiterin johanna blum

Adelsdorf — Viele Ehrenamtliche engagieren sich heute in der Kirche als Lektoren, Kommunionspender, in den Chören und als Ministranten. Alle leisten einen Dienst, haben ihre Aufgabe in der Kirche, im Gottesdienst. Am Samstag 14. März werden in der Forchheimer Klosterkirche St. Anton 20 Personen aus der Erzdiözese Bamberg in einer liturgischen Feier als neue Gottesdienstbeauftragte von Weihbischof Herwig Gössl vorgestellt, darunter auch zwei Lehrgangsteilnehmer aus der Pfarrgemeinde St. Stephanus in Adelsdorf.
"Ich freue mich sehr, in Frau Christiane Weiß und Herrn Stefan Karbacher zwei engagierte Ehrenamtliche gefunden zu haben, die den Kurs zum Gottesdienstbeauftragten absolviert haben und sich selbst mit ihrer Berufung in unserer Gemeinde einbringen", sagt Adelsdorfs Gemeindepfarrer Thomas Ringer. Er wird bei dieser Feier anwesend sein und stellvertretend für die Priester zur Bedeutung dieser Beauftragung sprechen.
Der 32-jährige Stefan Karbacher ist staatlich geprüfter Elektrotechniker und hat sich bereits früh in der Kirche ehrenamtlich engagiert. Als Ministrant, im BDKJ und als Gründungsmitglied des Nightfever Teams Bamberg. In der Pfarrei St. Stephanus ist er schon lange Lektor und Kommunionhelfer.
"Ich habe mich dazu entschieden die Ausbildung zum Gottesdienstleiter mitzumachen, weil ich überzeugt bin, dass es immer schwieriger wird, alle Pfarreien mit Priestern zu besetzen", sagt Karbacher. Sicher hätten die Adelsdorfer jetzt das Glück, dass es einen jungen Pfarrer vor Ort gibt. Aber es sei vorteilhaft, ein funktionierendes Seelsorgeangebot zu etablieren. Dafür zu sorgen, dass man noch jemanden hat, den man noch fragen kann. Außerdem werde immer gesagt die Jugend mache nichts in der Kirche, sagt Karbacher. "Sicher bin ich keine 18 mehr, aber ich meine, dass man nicht nur reife Erwachsene und solche, die kurz vor der Rente stehen braucht, die sich in der Seelsorge engagieren."
Im letzten Jahr ergab sich für Karbacher sehr kurzfristig die Möglichkeit am Ausbildungskurs für Gottesdienstbeuftragte teilzunehmen. Dabei habe er viel Neues erlebt und erfahren. Dazu gehört das Wissen über verschiedene Gottesdienstformen, über Zeichenhandlungen, über das Auftreten im liturgischen Raum, aber eben auch das Auf-dem-Weg-sein mit Menschen aus verschiedenen Pfarreien mit unterschiedlichen Talenten und seelsorgerischen Erfahrungen.

Viele Vorteile für den Pfarrer

Pfarrer Thomas Ringer sieht viele Vorteile in den Gottesdienstbeauftragten. Vor allem sei es eine Stärkung der Laiendienste. "Seit dem Zweiten Vaticanum stärkt die Kirche besonders diese Laiendienste, zu denen auch der Dienst des Kommunionhelfers oder Lektors zählt", sagt Ringer. Ebenso sei es schon lange Tradition, dass Laien auch Andachten, wie Anbetungsstunden, Maiandachten, Kreuzwege und Rosenkränze leiten. Hierfür sei es natürlich unerlässlich, dass diese Ehrenamtlichen auch entsprechend vorbereitet und geschult sind. Die Gottesdienste sollen schließlich auch "Hand und Fuß" haben.
Pfarrer Ringer betont, dass man ehrlicherweise zugeben müsse, dass die Notwendigkeit für Wort-Gottes-Feiern aus den immer geringeren Priesterzahlen resultiert. Immer weniger Priester seien für immer größere Einheiten zuständig und die Pfarrer seien heute oft überlastet. Trotzdem sei es wichtig, dass die Gemeinden sich "sonntäglich zum gemeinsamen Gebet und Lobpreis treffen und so den Auftrag Jesu erfüllen", sagt Ringer.

Zunehmende Personalprobleme

Bei der Eucharistie am Sonntag werde es zunehmend schwieriger, sagt Hans Joachim Ignatzin, Leiter des Kurses. An manchen Orten gebe es nicht mehr genügend Priester, die die Wort-Gottes-Feier am Tag des Herrn die Stelle des Gottesdienstes einnehmen.
"Schon unser Erzbischof schrieb in seinem Hirtenbrief zur Fastenzeit: Wenn der Besuch der Eucharistiefeier nicht möglich ist, dann sollen wir zu einer Wort-Gottes-Feier oder einer Andacht zusammenkommen, in denen wir Gottes Wort hören, miteinander beten und singen", sagt Ignatzin.
Auch Christiane Weiß, Diplombibliothekarin in der Stadtbücherei Bamberg, hat als zweite Adelsdorfer Teilnehmerin den Lehrgang unter Leitung von Hans-Joachim Ignatzi vom Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg absolviert. Ihre ehrenamtlichen kirchlichen Aktivitäten sind zahlreich: Lektorendienst, Kommunionhelfer, Schriftführerin der Kindertagesstättenverwaltung.
"Welche Aufgaben erwachsen uns, wenn es bereits mittelfristig nicht mehr genügend Pfarrer und pastorales Personal gibt?", fragt Weiß. "Ich weiß noch nicht, welche Aufgaben in der Pfarrei und im Altenheim auf mich oder auf Stefan zukommen." Sie sei ja nur ehrenamtlich tätig und habe noch einen Hauptberuf, sagt Weiß. "Aber wenn ich gebraucht werde, dann bin ich da."